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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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ſie fortan auf der Erde ſchliefen und ſich auch ſonſt auf allerlei Weiſe kaſteiten.

Clemens ſchlief faſt immer auf der Erde, mit ausgebreiteten Armen, in, der Form eines Kreuze

Mit aller Macht ſeines Willens wendete Jvo Seele von den Weltgedanken ab und es gelang ihm wiederum ſich ganz in die Gottesgelahrtheit zu verſenken. Bald aber verfolgte ihn auch in dieſe heiligen Gebiete ein fremder Dämon. Er wagte es nicht, dieß Clemens mitzutheilen; denn dieſer hätte von Neuem kläglich Zeter gerufen.

So war der Zerfall der beiden Freunde ſchon vorberei⸗ tet, der endlich ganz unerwartet zum Durchbruche kam.

Clemens ſprach einſt von der Gottheit Chriſti, der den martervollen Kreuzestod über ſich genommen und wie ihn das erſt als Gott und Heiland der Welt offenbare.

„Ich ſehe an dem Kreuzestod nichts ſo Uebermenſch⸗ liches,“ ſagte Jvo ganz ruhig.„Es iſt heilig, aber nicht übermenſchlich, als Unſchuldiger für ein erhabenes Streben zu ſterben. Nicht der gekreuzigte Chriſtus, ſondern der lebende und lehrende, der ſo allliebend war, wie noch Keiner vor ihm, der iſt mein Heiland; er wäre mir derſelbe, wenn er die Treue ſeiner göttlichen Sendung auch nicht mit dem Martertode beſiegelt, wenn die verblendeten Juden ihn an⸗ erkannt und ihn leben gelaſſen hätten. Nicht der gekreu⸗ zigte, ſondern der lebendige Chriſtus, ſein göttliches Leben und ſeine göttliche Lehre iſt mein Heiland, mein Erlöſer.“

Clemens ſtand da und zitterte am ganzen Körper, ſeine Lippen quollen auf, ſein Auge rollte wild und mit gewal⸗ tiger Fauſt ſchlug er Jvo in's Geſicht, daß dieſem die Funken aus den Augen ſprühten und die Wange brannte.

Jvo ſtand ruhig da, Clemens aber fiel vor ihm nieder, faßte ſeine Hand und ſchrie:

„Wirf dich mit mir in den Staub, Elender! Wahr⸗ lich, die ſchwerſte Züchtigung, die für deine Gottloſigkeit dir werden konnte, hat der Herr durch meine Hand an dir