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Gegen alle frühere Gewohnheit war nun Jvo ſelten zu Hauſe. Er brachte oft halbe Tage in des Jakoben Schmiede zu. Die Schmieden ſind Aufenthaltsplätze für allerlei Nichtsthuer, für alte Leute⸗ und Faullenzer: da kom⸗ men fremde Fuhrleute, da kommen Einheimiſche, die die Pferde beſchlagen laſſen oder ſchadhaftes Feldgeräthe brin⸗ gen; wie der Blasbalg immer neu das Feuer anſchürt, ſo ſtrömt auch ſtets neue Unterhaltung herzu. Jvo dachte viel darüber nach, wie es geworden wäre, wenn der Wunſch ſeiner Kindheit in Erfüllung gegangen und er das Schmiede⸗ handwerk erlernt hätte. Er nahm ſich vor, einſt, wenn er Pfarrer ſei, dieſe Orte oft zu beſuchen und hier gelegent⸗ lich manches gute Wort anzubringen, und wenn er daran dachte, daß er vielleicht nie zum geiſtlichen Berufe gelange, ſagte er ſich innerlich:„Immerhin, aber nur nicht ſo wer— den wie der Studentle.“
18 Der Zwieſpalt.
Als Jvo wieder in das Kloſter zurückgekehrt war, ließ er mehrere Tage vorübergehen, ehe er die Bewegung ſeines Innern ſeinem bleich gewordenen Freunde Clemens mit⸗ theilte; er ſchauderte mit Recht vor dieſer Eröffnung.
Als ſie wiederum im Burgholz waren, faßte Clemens die Hand Jvo's und ſagte:„Ich habe es im Traume ge⸗ ſehen, wie Satan ſein Netz über dich ausſpannte.“
Jvo geſtand ſeine Liebe zu Emmerenz.
„Wehe!“ rief Clemens,„Wehe! auch über dich iſt der Verſucher gekommen! Aergert dich dein Auge, ſo reiß' es aus, du mußt dieſe Höllenflamme in dir zertreten und ſterbe auch dein Leben mit.“
Jvo mußte nun alsbald zur Beichte gehen. Auch von ihm erfuhr man nie, welche Buße ihm auſerlegt wurde, nur willigte er gerne in den Vorſchlag des Clemens, daß


