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Aber vielleicht thut man es nicht immer für nichts.
Die Jalouſie hat ſich beſſer erhalten. Man bezeichnet ſie zwar als eine finſtere Krankheit, welche die Wangen bleicht und jede Bruſt verzehrt, in der ſie ihren Tempel aufgeſchlagen hat. Doch wenn die Eiferſucht eine wilde Spuckgeſtalt iſt, ſo erhob ſie ſich doch ſelten in einer an⸗ dern Eigenſchaft, denn als die Hüterin einer heiligen Flamme. Sagt mir ein Weib, das von dieſem furchtbaren Dämon verzehrt wird, und ich frage euch, ob es nicht deßhalb geſchieht, weil ſie tief und unendlich liebt? In ihrem Weſen flammt es rein, wie das Bild eines Sternes im klarſten Bache ſchimmert. Sie opferte ihr Herz und all ihre Gedanken; ihre ganze Welt hat ſie in eine lebens⸗ warme Hand gelegt. Wenn aber die Hand des Geliebten vor dem Tode erkaltet, dann fährt ein Dezemberſturm durch ihre Adern. Das hohe und feine Geſühl, welches nur einer edlen und ätheriſchen Neigung angehört, hat bei dem, der nie etwas anderes als ein ungetheiltes Gefallen an dem Schönen und Großen haben ſollte, was für ſie ſelbſt groß und ſchön iſt, eine Gleichgültigkeit entdeckt. Die Fluren ihres Landes ſind gewelkt, der Mond gefriert an ihrem Himmel, die Sonne ſelbſt lauſt zitternd und bleich aus der erkalteten Atmoſphäre ihrer Welt fort. Man tadelt die Eiferſucht, Herr Hugo, und ohne Zweifel begeht ſie den Fehler, daß ſie ſich täuſcht und etwas zu ſehen glaubt, wo nichts iſt; aber alles Unglück ſoll unſere Achtung haben, und dieſes iſt durch ſeinen Grund doppelt verehrungswürdig. Hege nie eine Liebe, außer etwa eine unverſchämte, und dann magſt Du Dich allerdings rühmen, daß Du nie von dem weinenden Nachtgeſpenſt angefallen worden ſeiſt. Warum ſollte denn Deine Bruſt zittern? Wenn Du heute eine Art Freundin verlierſt, ſo haſt Du morgen Mittag eine andere und eben ſo gute.
Entſchuldigen Sie mich alſo, Herr Hugo, fuhr Richard Furumo in dem gelben Kabinete des Jagdſchloſſes fort, wo er eines Abends in der Geſellſchaft der verſam⸗ melten Familie ſaß; entſchuldigen Sie mich alſo, daß ich


