Die Zeiten der Duelle und der Doppeljalvuſieen, was waren dies doch für Zeiten voll intereſſanter Aben⸗ teuer, Zeiten, wo Stürme um die Locken ſausten und Feuer im Herzen brannte!
Sie ſind vorüber, wenigſtens die erſtern. Der ge⸗ ſunde Menſchenverſtand, Herr Hugo, hat die Sitte, ſeinem Freund, um eines übereilten Wortes, einer mißverſtande⸗ nen Handlung willen, eine Kugel durch den Kopf zu ſchießen, aufgehoben. Wenn einige Rittersleute unſerer Tage, ich meine damit Offiziere, ſich an einander ver⸗ ſuchen wollen, ſo werden ſie nicht mehr von der allge⸗ meinen Stimme entſchuldigt, falls die höchſte Macht ſie beſtraft. Man ſpricht zwar von der Sache und erhöht dadurch den Geſchmack an der Mandelſchnitte oder dem Biscuit, und Zunge und Gaumen wird durch das Ge⸗ ſpräch in eine lebhaftere Thätigkeit verſetzt, als wenn man ſchwiege. Aber die Erhöhung des Vergnügens, was der Zweck aller unſerer Geſpräche, unſeres ganzen Umgangs iſt und ſein muß, wird doch in unſern Tagen durch die Duellfrage nicht mehr und nicht beſſer befördert, als durch irgend einen andern Gegenſtand. Man rühmt zwar die höchſte Macht nicht ſehr, wenn ſie ſich in die Abenteuer miſcht, allein man wirft den Kämpfenden, welche den größten, uneigennützigſten Muth gezeigt haben, auch nicht ſonderliche Beifallsblicke zu. Ich frage jedoch in Ernſt, gibt es wohl einen vollkommeneren Muth, als wenn man ſein Leben für gar nichts wagt? Dies muß doch wohl ein ganz abſoluter Muth ſein!


