Werth! Ein ſolcher Ring war nicht nur das Verbin⸗ dungsglied zwiſchen uns, ſondern auch zwiſchen uns und unſern Eltern.“
„Auguſt— um Gotteswillen— ſprich nicht davon.“
„Und wo iſt er hingekommen?“
„Ich— weiß es nicht.“
Hillner machte ein Geſicht, das ein wenig nach dem Baron Migneul ſchmeckte.
„Höre mich,“ ſagte Sophie:„Es war in der Woche, da Du krank lagſt. Sie ſagten, Du ſeieſt krank— aber ich war es wirklich. Ich phantaſirte, ich wußte von nichts. Während meiner Krankheit ver⸗ ſchwandſt Du! Ih glaubte, Du liegeſt unter dem Erdhügel begraben.“
„Sophie— um Gottes Willen— ſprich nicht da⸗ von— verzeih' mir, daß ich nur von dieſem Gegen⸗ ſtand anfing.“
Aber ſie fuhr fort:„Eines Morgens während meiner Krankheit— Du warſt damals noch nicht beer⸗ digt— erwachte ich zur Beſinnung. Ich ſah auf mei⸗ nen Finger, der Ring war fort. Da verfiel ich aufs Neue in Phantaſien und das Fieber endigte erſt, als Malina mir ſagte, daß Du nicht mehr lebteſt.“
„Und der Ring war fort?“
„Ich hatte nur einen Traum über die Art, wie es dadei zugegangen ſein mußte. Wie es in Wirklich⸗ keit geſchah, weiß ich nicht. Einmal während meines Irrwahns meinte ich Dich, Auguſt, todt, eine Leiche, zu ſehen. O Gott— aber Du lagſt nicht in einer Bahre, ſondern auf dem Verdeck eines Schiffes, und ich ſah Dich über das Meer ſegeln. Ich hörte eine Stimme, die ſagte, daß nur der Trauring Dich von Deinen Ge⸗ fahren auf Erden retten könnte. Da eilte ich im Traume fort, ich ſprang auf und hinaus, ich flog über die Wel⸗ len, um Dir zu nahen und Dich zu retten⸗ Aber ich
erreichte Dich nicht. Du betrateſt ein anderes Land.
Dort ſah ich Dich vom Strande einen andern Ring von


