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Der wandernde Schatten oder die Mahnung aus der Todtengruft : und andere Geschichten aus dem Mittelalter / von I. Albiny
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Todtengruft. Aber die Nachwelt noch ſchenkt der Verfuͤhrten willig Mitleiden 6 und ſchonendes Urtheil, indem ſie es ein⸗ ſieht, daß ohne ihren muͤrriſchen Gemahl und den welſchen Verfuͤhrer Anna als ein Muſter einer guten Fürſtin und Ehefrau, begabt mit allen nachahmungswuͤrdigen Tugenden, vielleicht hätte aufgeſtellt wer⸗ den koͤnnen.

Der Herzog befahl, den Leichnam wie⸗ der nach Sonnenberg zu bringen, welches geſchah, und ließ ihn daſelbſt nicht ohne Pracht in dem Chore der Floſterkirche bei⸗ ſetzen. Darauf bedeckte er die Gebeine mit einem Grabſteine, der ſo kalt war wie ſein Herz. Keine Thraͤne fiel von ſeinem Auge; aber das Mitleid weinte, die Sanft⸗ nuth verhuͤllte ſich, und die Demuth klagte öber ſeine Haͤrte und Strenge.

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Nach Johann Caſimirs Tobe ging