miſchten Gefühle, ſchlich dann die Prin⸗
zeſſin in das nächſte Gemach, um die
Spiegelwaͤnde zu fragen, ob der gute Kaiſer die Wahrheit geſagt habe; und mit dem ſuͤßen Gedanken:„Ich bin wirklich ſchoͤn!“ verließ ſie die ſchmeichelnden Ge⸗ maͤcher wieder.
Jedermann, gering und vornehm, jung und alt, pries denn nun mit lauter Stimme die erhabenen Eigenſchaften und die Schon⸗ heit der wirklich erhabenen und ſchonen Fürſtentochter; theils, weil die allzu zart⸗ lichen Eltern durch die Lobſpruͤche, der Tochter dargebracht, ſelbſt Schmeicheleien erhielten, die ſie gern hoͤrten,— denn welche Eltern hoͤren ihre Kinder nicht gern loben?— theils, weil Anna wirklich eine ſeltene Schoͤnheit war. Der ſchlanke Wuchs; das himmelblaue Auge; das Elfenbein der wohlgeordneten Zaͤhne; der ſchoͤn ge⸗ rundete Arm; der hohe, in das blendendſte Weiß ſo kuͤnſtlich verſtrichene Purpur; uberhaupt die Majeſtät ihrer die
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