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Der wandernde Schatten oder die Mahnung aus der Todtengruft : und andere Geschichten aus dem Mittelalter / von I. Albiny
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weitem übertroffen worden ſey. Niemand aber bewunderte ſie kaufrichtiger und herz⸗ licher, als— ſie ſich ſelbſt. So unbe⸗ ſcheiden indeß dieſe Selbſtliebe war, ſo ſehr verdiente ſie doch Entſchugigung; denn ſie war ja eine ganz nitüpliche und nothwendige Folge ihrer Erziehung. Von Jugend auf wurde ſie die ſchoͤne Anna genannt, und ihre eitle Mutter, ſtolz

auf die reizende Tochter, ermangelte nicht,

ihr noch im vierzehnten Jahre, da ſie ſchon zur Jungfrau reifte, dieſen Namen zu ge⸗ ben, der nun freilich lebhaftern Eindruck auf die Jungfrau, als ehedem auf das Kind machte. Mit innigem Vergnuͤgen und kindi⸗ ſchem Wohlgefallen hoͤrte ſie von ihrer Amme, oder auch von ihrer Mutter, erzaͤh⸗ len, daß der Kaiſer einſt ſie als Kind auf die Arme genommen, und ſie das ſchöne Annchen genannt habe. Gluͤhend wie das hoͤchſte Morgenroth, von dem aus jungfraͤulicher Schaam und Freude ge⸗