Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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144 Die letzte Regierungshandlung

entſchiedenen Einfluß verſchafft, und da ihre Abneigung ge⸗ gen die Hannöverſche Thronfolge und ihre Vorliebe für ihren Bruder, den Chevalier de St. George, wohl bekannt waren, ſo hegte man die leidenſchaftlichſten Erwartungen, daß die Erblinie des königlichen Hauſes nach ihrem Tode wieder eingeſetzt werden würde. Daß der Zeitpunkt bald heran⸗ nahen müſſe, wo die Thronfrage ihre Löſung erhalten würde, war bei dem wankenden Geſundheitszuſtand der Königin nicht anders zu erwarten, und für diejenigen, welche die Richtung der öffentlichen Meinung in Betracht zogen und den überwiegenden Einfluß der Hannöverſchen Partei kann⸗ ten, war die Art, wie fie endlich entſchieden werden würde, nicht mehr zweifelhaft. Dennoch war für einen ehrſüchtigen Geiſt wie Bolingbroke die Ausſicht auf Machtvergrößerung, welche ihm die Anhänglichkeit an der gefallenen Dynaſtie der Stuarts darbot, von hinlänglichem Reiz, um ihn gegen alle Gefahr blind zu machen; und obgleich er wohl wußte, welchen furchtbaren Sturm er auszuhalten haben würde, ſo glaubte er doch, wenn er nur einmal an das Ruder ge⸗ langte, würde er das Staatsſchiff in dem gewünſchten Hafen lenken können. Der Augenblick, wo es ſeiner Führung an⸗ vertraut werden ſollte, ſchien endlich herbeizukommen. Am

Dienſtag Abend, den Wſten Juli 1714 erhielt Orford den

plötzlichen, gemeſſenen Befehl von der Königin, den Schatz⸗ meiſterſtab ohne Aufſchub in ihre Hände niederzulegen, worauf er ſich, obwohl es ſchon ſpät ward, unmittelbar nach dem Pallaſt begab.

Als er bei der Königin eingeführt ward, fand er Lady⸗

Masham und Bolingbroke bei ihr und ihre triumphirenden Mienen erhöhten ſeine ſchlecht verhehlte Wuth und Verdruß. Anna ſah krank und leidend aus. Sie war eben erſt don einem mit Gicht verbundenen hitzigen Fieber geneſen und litt noch immer an gefährlichen Zufällen. Ihre Geſtalt