ſeinen alten Freunden erſcheint. 121
„Sie müſſen ſich in Acht nehmen, meine liebe Miſtreß Plumpton,“ ſagte der Kutſcher zuvorkommend;„Sie ver⸗ lieren ſonſt ganz Ihre guten Mienen.“
„Weshalb ſollte ich ſie zu erhalten ſuchen, wenn ich ſie auch je gehabt hätte?“ antwortete ſie mit melancholiſchem Lächeln.
„Sie können noch einen andern Bewunderer finden,— einen, den Sie eben ſo gern leiden mögen, wie den Ser⸗ geanten,“ meinte er.
„Niemals!“ antwortete ſie mit Feſtigkeit.
„Bei Miſtreß Tipping iſt es doch der Fall geweſen,“ ſagte er mit einem boshaften Seitenblick auf die Kammer⸗ jungfer.
„Miſtreß Tipping iſt keine Regel für mich,“ erwiederte Miſtreß Plumpton ernſt.
In dieſem Augenblick verkündete ein bedeutendes Ge⸗ ſcharre auf dem Flur die Ankunft Bimbelot's und Sauvageon's. Der Erſtere war ſehr ſtutzerhaft gekleidet, er trug einen ge⸗ ſtickten Sammtrock, diamantene Schnallen oder wenigſtens was ſo ausſah, bunte ſeidene Strümpfe, eine mächtige Per⸗ rücke, ein geädertes Rohr und einen Degen mit filbernen Griff. Er war wie gewöhnlich beduftet und beſchönfleckt, und trug ſeinen befederten Hut zwiſchen den Fingerſpitzen.
Proddy erwiederte die Verbeugung des kleinen Franzo⸗ ſen mit einem Kopfnicken und fragte brummend,„ob er eine Stelle erhalten hätte, da er ſo zierlich herausgeputzt ſei?“
„Oui, mon cher Proddy, oui,“ antwortete er;„frei⸗ lich, ich habe eine neue Stelle; aber ich bin nicht mehr Kammerdiener. Mylord Orxford beſchäftigt mich.“
„So, ſo!“ rief der Kutſcher;„darf ich fragen, als was?“
„Ich bedaure, es Ihnen nicht ſagen zu können; c'est


