120 Wie der Geiſt des Sergeanten
Brumby und Timperley. Jedoch weder Miſtreß Plumpton, noch Miſtreß Tipping waren anweſend, aber als Proddy nach ihnen fragte, ſchlüpfte die letztere in das Zimmer. Sie hatte offenbar ungewöhnlich viel Sorgfalt auf ihre Toilette verwandt und man mußte geſtehn, daß ſie außerordentlich hübſch und reizend ausſah. Ein roſenfarbiges Seidenkleid mit kurzen, offnen, kantenbeſetzten Aermeln umgab ihre niedliche kleine Geſtalt, ihren Kopf ſchmückte eine Spitzen⸗ haube, und ein hier und da angebrachtes Schönpfläſterchen erhöhte ihre Geſichtsfarbe und den Glanz ihrer Augen. Ihre ſchelmiſche, kokette Miene verrieth, daß ſie auf eine Er⸗ oberung ausging.
„Sie erwarten Mosjeh Bambello, wie ich ſehe,“ ſagte der Kutſcher.
„Nun ja, es iſt nicht unmöglich, daß er kommt,“ ant⸗ wortete Miſtreß Tipping;„er und Corporal Sauvageon pflegen gegen Abendeſſenszeit vorzuſprechen und wir finden ihre Geſellſchaft ſehr angenehm.“
„Sehr angenehm, in der That!“ wiederholte Proddy trocken.„Sie ſcheinen den armen Sergeanten ganz vergeſſen zu haben.“
„Den Sergeanten! puh!“ rief Miſtreß Tipping.„Wes⸗ halb ſollte ich an ihn denken, ha? Verlangen Sie, daß ich den ganzen Tag ſeufzen und ſtöhnen ſoll, wie die arme Närrin Plumpton?“
„Ja, ſie iſt ein Muſter von Beſtändigkeit,“ ſagte Proddy; „es giebt wenige unter ihrem Geſchlecht, die wie ſie find.“
„Je weniger, deſto beſſer, ſollte ich denken,“ rief Miſtreß Tipping.„O, da kommt ſie! Wahrhaftig, es wird einem ganz übel, wenn man ſie blos anfieht.“
Bei dieſen Worten rrat Miſtreß Plumpton herein. Sie war in tiefe Trauer gekleidet und bewies durch ihr verändertes Benehmen die Aufrichtigkeit ihrer Betrübniß.


