Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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110 Wie der Sergeant

Vierzehntes Kapitel. Wie der Sergeant außer Dienſten tritt.

Der Sergeant, der wieder nach dem Kriegsſchauplatz in Flandern berufen worden war, blieb bis zur Beendigung des Feldzugs von 1711 bei ſeinem Regiment. Er war faſt zwei Jahre abweſend geweſen und eine ſchwere Wunde, die er im Herbſt vor ſeiner Rückkehr bei der Belagerung von Bouchain erhalten hatte, ſetzte ihn außer Stand, nach Hauſe zu ſchreiben; ebenſo hatte er von denen, welche ihm am Herzen lagen, faſt drei Monate lang keine Nachrichten er⸗ halten, weshalb ihn ſo ſchlimme Ahnungen beklemmten, daß er Proddy aufzuſuchen beſchloß, ehe er ſich in Marlborvugh⸗ Haus blicken ließe. Er begab ſich daher in den Pallaſt und erfuhr auf ſeine Frage nach dem Kutſcher, daß dieſer in ſeinem Zimmer ſei, wohin er jetzt ſeine Schritte richtete. Voll von der angenehmen Ueberraſchung, die er dem Kutſcher durch ſein Erſcheinen zu bereiten gedachte, trat er in deſſen Zimmer und machte einen militäriſchen Gruß gegen Proddy, der in halb ſchlaftrunkenem Zuſtande mit einer Pfeife im Munde und einer Kanne Bier vor ſich an einem Tiſch ſaß.

Als der Kutſcher die Augen aufſchlug und die unerwartete

Erſcheinung gewahr ward, ließ er die Pfeife fallen, rückte mit dem Stuhl zurück und ſtarrte ihn mit glotzenden Augen und klappernden Zähnen ein wahres Ebenbild des Schreckens und der Beſtürzung, unverwandt an.

„Nun!— kennen Sie mich nicht?“ rief Seales ſehr überraſcht.

„Ich kannte Sie einſt, Sergeant,“ ſchnappte Proddy; „aber ich wünſche nicht länger mit Ihnen umzugehn.“

„Pah— pah!“ rief der Sergeant;„was ſoll das

heißen? Wovor fürchten Sie ſich? Sie müſſen mit mir kommen.“