Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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in Marlborvugh⸗Haus. 39

Hand ergreifend.„Ich war zu vorſchnell,— ich hatte Un⸗ recht. Beim Himmel! ich wundere mich nicht, daß Sie Anna ſo unumſchränkt beherrſchen, denn ich habe keinen Willen, als den Ihrigen.“

„Und ich kein Geſetz, als das Ihrige, Mhlord,“ ant⸗ wortete die Herzogin lächelnd.„Sie wiſſen das, und deßhalb geben Sie mir nach— zuweilen. Und ebenſo macht es Ihre Majeſtät.“

„Wenn ſie Sie ſo aufrichtig liebt, wie ich, Sarah,“ ver⸗ ſetzte Marlborough zärtlich,„ſo haben Sie nichts zu befürchten. Meine Leidenſchaft gränzt an Abgötterei, und Sie könnten mich zu allem machen, wenn Ihre Liebe der Lohn wäre. Die Briefe, die ich Ihnen geſchrieben habe, mitten unter der Eile und Erſchöpfung langer Märſche,— unter Verdrießlich⸗ keiten entgegengeſetzter Intereſſen,— an dem aufregenden Vorabend einer Schlacht oder im Rauſch eines Siegs, alle mußten Ihnen beweiſen, daß Sie immer die erſte Stelle in meinen Gedanken einnehmen, aber ſie konnten nicht die ganze Ausdehnung meiner Gefühle ausſprechen. O Sarah! ſo glücklich mein Lebenslauf bis jetzt auch geweſen iſt, und ſo viel mir noch in Dienſten meiner Königin und meines Vater⸗ landes zu thun bleibt, ſo möchte ich mich doch weit lieber mit Ihnen in eine ruhige Verborgenheit zurückziehn, wo wir unſere Tage ungeſtört von den Parteien und den Sorgen des öffentlichen Lebens beſchließen könnten.“

„Eure Durchlaucht würde ſich in einer ſolchen Lage nicht glücklich fühlen,— und ich auch nicht,“ erwiederte die Herzogin.„Wir ſind zur Größe geſchaffen. Die ruhige Verborgenheit, von der Sie ſprechen, würde ein Gefängniß werden, wo Sie von tauſend aufregenden Träumen, von noch unvollendeten Siegen, von noch ungepflückten Lorbeeren ge⸗ peinigt werden würden, während ich meinen verlornen Ein⸗ fluß, meine weggeworfene Macht betrauern würde. Nein,