Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38 Eine vertrauliche Unterredung

Herzogin.„Aber nimmer will ich ſie mir durch Nachahmung dieſer kriechenden Sclaven zu bewahren ſuchen,— dieſer Schmeichelkatzen, die ſich für ein Lächeln auf dem Boden winden möchten. Es ſoll nie von Sarah von Marlborough geſagt werden, daß ſie die unwürdige Politik einer Abigail Hill befolgt hat,— und ſie verwundert ſich nur, daß ihr Gemahl ihr einen ſolchen Rath geben konnte.“

„Ich rathe zu keiner unwürdigen Politik,“ erwiederte der Herzog, etwas empfindlich über ihren Ton.„Aber Fe⸗ ſtigkeit iſt eins, Herrſchſucht ein andres. Es liegt nicht in der menſchlichen Natur, noch weniger in der Natur einer Frau von ſo hohem Range, ſich unter ein ſolches Joch zu ſchmiegen, wie Sie Anna aufbürden.“

„Begnügen Sie ſich damit, im Felde zu befehlen, My⸗ lord,“ ſagte die Herzogin,„und laſſen Sie die Königin mir. Bisher iſt mir alles geglückt.“

„Aber ſie ſtehen am Vorabend einer Niederlage,“ rief der Herzog.„Ich warne Sie davor, Madame.“

„Eure Durchlaucht iſt ſo ungeduldig, wie Ihre Maje⸗ ſtät,“ ſagte die Herzogin ſtechend.

„Und mit eben ſo viel Recht,“ rief der Herzog, auf⸗ ſtehend und im Gemach auf und abſchreitend.

„Ich bin Ihnen ein treues und liebendes Weib geweſen, Mylord, und der Königin eine treue und liebende Freundin und Dienerin,“ verſetzte die Herzogin,„und ich kann Ihnen oder Ihr zu Gefallen mein Betragen nicht verändern.“

„Sie regieren uns beide mit eiſerner Ruthe,“ ri Marlborough,„und mein eigenes Gefühl der Aufreizung erklärt mir vollkommen das der Königin.“

„Da ich nicht Willens bin, mich mit Eurer Durchlaucht zu zanken, ſo will ich Sie verlaſſen, bis Sie ruhiger ſind,“ ſagte die Herzogin, ſich erhebend und nach der Thüre gehend.

„Nein, Sie dürfen nicht gehn,“ rief der Herzog, ihre