Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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in Marlborvugh⸗Haus. 37

und ſelbſt dann täuſcht ſie ſich meiſtentheils. Um ihr gut zu dienen, muß man ſie leiten, um ihre Regierung glücklich und ruhmreich zu machen, muß man ſie regieren.

Meine eigene Erfahrung hat mich zu denſelben Folge⸗ rungen geführt, Madame, ſagte der Herzog,aber dieſer Grundſatz darf nicht zu weit ausgedehnt werden. Schwache Naturen, wie Anna, dürfen nicht zu hart behandelt werden, wenn ſie ſich nicht gegen die Hand, welche ſie lenkt, empören ſollen. Ich habe ſeit Kurzem einige Anzeichen dieſer Art an der Königin wahrgenommen, Sie ſcheint mit ihnen unzufrieden zu ſein.

Und was thut's, wenn ſie mit mir unzufrieden iſt, erwiederte die Herzogin verächtlich;ſie mag auf einen Au⸗ genblick gegen mich aufgebracht ſein, aber ich bin ihr zu unentbehrlich, und in der That zu ſehr ihre Gebieterin, als daß ein Bruch zwiſchen uns von langer Dauer ſein könnte.

Seien Sie nicht zu zuverſichtlich, Madame, entgegnete der Herzog. Sorgloſigkeit iſt öfters tödtlich. Sorgloſigkeit ließ Tallard die Schlacht von Blenheim verlieren und Ville⸗ roy's Sorgloſigkeit verdanke ich den Sieg bei Ramilies. Sich zu ſicher zu fühlen iſt ſo gut, als dem Feinde einen Vortheil einzuräumen, und wo die Gefahr am geringſten ſcheint, kann leicht eine Niederlage erfolgen. Es iſt wahr, die Königin hat ſich bisher in allen Dingen Ihrer Leitung gefügt, aber ihre Rathgeber könnten Ihre eigene Macht gegen Sie ſelbſt wenden. In einem Sinne bin ich Jeſuit genug, als daß ich mir, wenn ich nur die Ueberzeugung von der Preiswürdigkeit meiner Abſichten hätte, große Bedenk⸗ lichkeiten wegen der Mittel zur Erreichung des großen Zieles machen ſollte. Es muß der Königin in etwas nachgegeben werden, Sie müſſen Ihr Benehmen gegen Sie ändern, oder ich fürchte, Sie werden ihre Gunſt verlieren.

Muß ich ſie verlieren, ſo muß ich, antwortete die