Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Eine vertrauliche Unterredung

lichem Werth beſetzten Sardonht. Er war bei Weitem nicht

ſo guter Laune, wie die Herzogin. Im Gegentheil, er ſchien

gedankenvoll zu ſein und folgte ihr langſam und finnend nach deni Sopha.

Was fehlt Eurer Durchlaucht? fragte die Herzogin, ſich niederlaſſend.Mir däucht, wenn irgend etwas Sie hätte erheitern können, ſo hätte es der Beifall ſein müſſen, mit dem das Volk Sie begrüßte, als Sie den Palaſt verließen. Sein betäubender Ruf: Gott erhalte die Königin und den Herzog von Marlborough! kann faſt von hier aus gehört werden und muß, wie ich glaube, ſelbſt Anna's Ohren er⸗ reicht haben. Für mich iſt das beifällige Jauchzen des Volkes

die ſüßeſte Muſik und ihre ſtrahlenden Geſichter und ge⸗

ſchwenkten Hüte der fröhlichſte und belebendſte Anblick. Aber beides ſcheint heute ſeinen Reiz für Sie verloren zu haben. Die Gewohnheit hat es alltäglich gemacht, wie ſie mich all⸗ täglich gemacht hat.

Der Beifall der Menge könnte allerdings ſeine Wir⸗ kung verlieren, antwortete der Herzog zärtlich,und hat es vielleicht ſchon; aber noch iſt der Tag fern, meine Theure, an dem ich gegen Ihre Liebe unempfindlich ſein werde. Das Getümmel hat mich etwas angegriffen und ich wollte, ich hätte den Palaſt heimlich verlaſſen.

Beſſer ſo, wie es iſt, ſagte die Herzogin;Sie können ſich nicht zu oft zeigen. Hat ſich bei der Cour irgend etwas Unangenehmes zugetragen? Ich dachte, Sie hätten dort ein wenig ernſt ausgeſehen.

Nun ja, ich muß geſtehen, daß mich ein Paar Worte, die der Prinz über die Königin fallen ließ, beunruhigt haben. Ich ſagte zu ihm, daß ich bedauerte, ſie ſo unpäßlich zu ſehen, und er antwortete mir, daß es ihre Schuld wäre, indem ſie des Nachts ſpät aufzubleiben pflegte.

Hat er Ihnen geſagt, mit wem? fragte die Herzogin⸗