in Marlborough⸗Haus. 33
ſchimmerte von Diamanten und Eoelſteinen. Unter anderem Schmuck trug ſie auch einen ſehr werthvollen Ring, den Karl der Dritte von Spanien ihr vor vier Jahren bei ſeinem Be⸗ ſuch in England zum Geſchenk gemacht hatte. Die Herzogin von Marlborough war die Frau danach, eine heftige Leiden⸗ ſchaft einzuflößen und zu erhalten. Weder Entfernung, noch Aufreizungen konnten die unbegränzte Ergebenheit des Herzogs für ſie erſchüttern und jetzt nach ihrer langen Ehe war er eben ſo ſehr ihr Liebhaber,(und vielleicht noch mehr) als damals, da er um ſie, als Sarah Jennings, warb.
Und würdig ſtand ihr edler Gemahl ihr zur Seite. Der Herzog von Marlborough zeichnete ſich kaum mehr durch ſeine geiſtigen Fähigkeiten, als durch ſeine perſönliche Anmuth und Vorzüge aus. Er war im beſten Sinne des Worts ein vollendeter Höfling, das heißt ein vollkommener Gentleman, während ſich zu dem Höfling noch der Soldat geſellte und ſo einen unübertreffbaren Verein bildete. Man kann ſich nichts Geglätteteres, Anmuthigeres, Gefälligeres denken, als das Benehmen des Herzogs von Marlborough, welches zu gleicher Zeit würdevoll und achtunggebietend war. Seine Geſtalt war hoch und von edlen Verhältniſſen, und war es ſein Ruhm, ſein vornehmes Weſen oder ſein ſchönes Aeußere, man konnte ihn unmöglich ohne Bewunderung anblicken. Freilich war der Herzog nicht mehr jung, freilich hatte er Beſchwerden aller Art, ſowohl geiſtige, als körperliche, gelitten, und ſeit Jahren nur wenige und kurze Augenblicke der Ruhe gekannt; aber ungeachtet alles dieſen hatte er ſich bewunde⸗ rungswürdig erhalten, und obgleich er nicht mehr der artige Jüngling war, der zu Karls des Zweiten Zeit die Herzogin von Cleveland erobert hatte, ſo war er doch noch ein Muſter männlicher Schönheit. Er war mit ſeiner Generalsuniform bekleidet und reich mit Orden geſchmückt und trug unter andern den Georg in einem mit Diamanten von unermeß⸗
Ainsworth, St. James's. I. 3


