26 Der franzöſiſche Abenteurer
lend weiße Haut, goldgelbe Locken, volle blühende Wangen und perlenweiße Zähne waren ihre Hauptreize. Wenn man ſie genau betrachtete, ſo ſah man, daß ſehr viel Feſtigkeit um die Stirn und den Mund lag und daß das Auge einen Aus⸗ vruck der Stetigkeit beſaß, welcher auf Entſchloſſenheit deutete, deren gutgeartete Richtung ihre übrigen Geſichtszüge zu ver⸗ bürgen ſchienen. Ihre raſchen Geberden, ihr lebhafter Blick ließen eine ſchnelle Auffaſſungs gabe vermuthen, und dieſe zußeren Anzeichen täuſchten nicht. Ihre Geſtalt war äußerſt ſchlank, hoch und anmuthsvoll. Ihr Anzug beſtand aus einem tiefausgeſchnittenen Hofkleide von weißem Satin, mit Spitzen beſetzt und mit kurzen weiten Aermeln. Ihr Alter mochte gegen vierundzwanzig ſein.
Die Kutſche, in welcher ſie ſaß, hatte ſich nun dem Marquis de Guiscard bis auf ein Geringes genähert, als der Kutſcher die Gelegenheit wahrnahm und gegen den vor ihm befindlichen Wagen anzufahren ſuchte. Er ward ſogleich wegen ſeiner Unachtſamkeit von dem benachbarten Jehu mit den heftigſten Schimpfworten angefallen und antwortete Jenem mit entſprechenden Ausdrücken, indem er ihm die Schuld dieſes Zuſammenſtoßes zur Laſt legte. Dies erregte, wie vorauszuſehen war, die Galle des Gegners dermaßen, daß er ihn vom Bock herunter zu werfen drohte, worauf der angreifende Theil mit einem herausfordernden Fluch nebſt einem Hieb mit ſeiner Peitſche replicirte. Der beleidigte Kutſcher erhob ſich ſogleich auf ſeinem Bock und klatſchte wüthend auf ſeinen Widerſacher los und dieſer hatte, wäh⸗ rend er ſich vertheidigte, viel Noth, ſeine Pferde im Zaume zu halten, die ſich gefährlich zu bäumen anfingen.
Die Zuſchauer, welche dies Scharmützel höchlich belu⸗ ſtigte, hallohten munter darein, wogegen die Damen in der Kutſche ſich über den Lärm zu beruhigen begannen und Abi⸗ gail Hill den Kopf aus dem Fenſter ſteckte, um ſich nach der
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