Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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und die Günſtlingin der Königin. 21

Kenntniſſen und Verbindungen zu den höchſten Würden in derſelben bringen müſſen, wenn er ſeine Leidenſchaften hätte zähmen können. Aber unter den Verderbten eines ausſchwei⸗ fenden Hofes war er der Verderbteſte, und da er ein prieſter⸗ liches Leben zu zahm für ſich fand, ſo begleitete er ſeinen Bruder, den Chevalier de Guiscard, auf den Kriegsſchauplatz in Flandern. Nach ſeiner Rückkunft aus dem Feldzuge fing er ſein wildes Leben wieder an und half dem Chevalier eine verheirathete Frau entführen, in die dieſer ſich verliebt hatte. Dieſe Geſchichte war kaum vertuſcht, als er ſich in neue Un⸗ gelegenheiten brachte, indem er einen nahen Verwandten der Madame de Maintenon verwundete und zwei von ſeinen Be⸗ dienten auf der Jagd todtſchoß; und er ſetzte ſeinen Unbe⸗ ſonnenheiten und Gewaltthätigkeiten dadurch die Krone auf, daß er einen Sergeanten ſeines Regiments, den er im Ver⸗ dacht des Diebſtahls hatte, auf die Soldatenfolter brachte, eine Art von Tortur, die darin beſteht, daß dem Delin⸗ quenten brennende Schwefelfaden zwiſchen die Finger ge⸗ bunden werden. Da ein Verhaftsbefehl gegen ihn erlaſſen ward, ſo ſuchte er ſein Heil in der Flucht und entkam nach

der Schweiz, wo er auf den Einfall gerieth, ſich an die Spitze der Unzufriedenen in Frankreich zu ſtellen, und dieſer Abſicht auch mit den Befehlshabern der Allirten Maß⸗ regeln zur Erregung eines allgemeinen Aufſtandes, ſowohl der Proteſtanten wie der Katholiken, unter den Kamiſarden, die damals in großer Aufregung waren, verabredete. Die wohlgeſetzten Vorſtellungen des Marquis verſchafften ihm das Patent eines Generallieutenants von dem Kaiſer und hier⸗ mit bewaffnet, begab er ſich nach Turin, wo er ſich mit Hülfe des Herzogs von Savoyen vier kleine Kriegsſchiffe ver⸗ ſchaffte, welche in Nizza ausgerüſtet und bemannt wurden und mit denen er eine Landung an der Küſte von Languedoe auszuführen beabſichtigte. Aber das ſtürmiſche Wetter und