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Der franzöſiſche Abenteurer
tröſten ſoll, den Sie aus dem nächſten Kutſchenfenſter her⸗ auslehnen ſehen können, wie er ihr eine Kußhand zuwirft.“
Während er ſo fortplauderte, fühlte Greg ſich von An⸗ gelika am Arm zupfen, die ihn mit halber Stimme fragte, ob er wüßte, wer der ſonderbare Herr wäre, der ſich eben neben ihnen hingeſtellt hätte.
„Freilich weiß ich es,“ erwiederte Greg, indem er nach der angedeuteten Richtung hinſah und den Hut abnahm, als er dem Blick der in Rede ſtehenden Perſon begegnete;„es iſt der Marquis de Guiscard.“
„Gott! wie er glotzt!“ flüſterte Angelika;„wahrhaftig, er macht Einen ganz verlegen.“
Der Marquis war groß und wohlgebaut, ob zwar etwas mager, mit dunkeln, durchdringenden Augen, ſchwarzen, bu⸗ ſchigen Brauen und einem blaſſen, olivenbraunen Geſicht, das an den Stellen, wo der Bart abgenommen war, voll⸗ kommen blau ausſah. Seine Züge waren ſtark ausgeprägt und wären einnehmend geweſen, hätten ſie nicht einen ge⸗ wiſſen unheimlichen Ausdruck gehabt, deſſen unangenehme Wirkung noch durch ſeine unverſchämte Wüſtlingsmiene er⸗ höht ward. Seine Kleidung beſtand aus der Hofuniform eines Offiziers von hohem Range,— nämlich ein reich ge⸗ ſtickter Scharlachrock mit breiten Aufſchlägen, eine weißſatinene, ebenfalls mit Gold geſtickte Weſte, ein Spitzenhalstuch und Hemdkrauſen, und ein diamantenbeſetzter Degen. Eine volle,
wallende franzöſiſche Perrücke, ein Federhut und ein geädertes Rohr vollendeten ſeine Ausrüſtung.
Antoine de Guiscard, Abbé de la Bourlie, oder wie er ſich nennen ließ, Marquis de Guiscard, ein Sprößling einer alten und edlen franzöſiſchen Familie, war im Jahr 1658 geboren und folglich zu der in Rede ſtehenden Zeit nicht mehr weit von fünfzig. Für die Kirche beſtimmt und mit bedeutender Gelehrſamkeit ausgerüſtet, hätte er es mit ſeinen
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