14„ Der franzöſiſche Abenteurer
und Zehen derer, die ihnen nicht ſchleunigſt Platz machten,
zu nehmen ſchienen. Dieß hatte nothwendig einige Verwir⸗ rung zur Folge, aber obgleich die verſammelte Menge es ſehr unbeguem hatte, und hier geſtoßen, dort getreten ward, ſo herrſchte doch die höchſte Fröhlichkeit und gute Laune. Richt lange, ſo wuchs die Fluth der Beſuche bedeutend an und Kutſchen, Sänften und Tragſeſſel ſtrömten in vier ununterbrochenen Reihen dem Palaſte zu. Da die Vorhänge der Seſſel größtentheils zugezogen waren, ſo richtete ſich die Aufmerkſamkeit der Zuſchauer hauptſächlich auf die Kutſchen, in welchen glänzende Schönheiten ſaßen, mit Juwelen und Spitzen geſchmückt, Stutzer in ihren koſtbarſten und pracht⸗ vollſten Kleidern, ernſte Richter und ehrwürdige Geiſtliche in ihren Amtstrachten, Land⸗ und Seebefehlshaber in vollen Uniformen, fremde Geſandte und alle jene verſchiedenartigen Geſtalten, die ein Hof nur aufweiſen kann. Die Equipagen, ſo wie auch die Livreen der hintenaufſtehenden Bedienten, waren meiſtentheils neu und überaus koſtbar.
Die Kleidungen der Inhaber der Kutſchen waren ſo bunt an Farbe, wie reich an Stoffen und erhöhten die Leb⸗ haftigkeit und den Schimmer des ganzen Auftritts. Man konnte Sammt und Seide von allen Abſtufungen des Regen⸗ bogens erblicken und man traf alle Arten von Perrücken von der eben aufgekommenen hofmodiſchen„Ramilies“ bis zu der etwas veralteten, aber anmuthigen und wallenden„franzöſi⸗ ſchen Feldzugs⸗Perrücke.“ Auch warkein Mangel an Federhüten, Spitzenhglstüchern und Handkrauſen, diamantenbeſetzten Ta⸗ ee geäderten ſpaniſchen Rohren und allem jenem Etcetera von Stutzerſchmuck.
Dicht an der Ecke von Pall⸗Mall ſtand eine kleine
Gruppe, beſtehend aus einem hochgewachſenen, ſchmächtigen, einfach gekleideten Mann, der dem Anſchein nach zur mitt⸗ leren Klaſſe gehörte, und einem roſenwangigen, kurzhalſigen
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