der Königin Anna im Jahre 1707.
Auch beſchränkten Marlborough's Talente ſich nicht allein auf das Feld. Er glänzte faſt eben ſo ſtrahlend als Diplo⸗ mat, und ſeine ſcharfe Auffaſſung der Charaktere, ſeine Klug⸗ heit und umfaſſenden politiſchen Kenntniſſe in Verbindung mit ſeinem gewinnenden Aeußern und Manieren befähigten ihn auf das Bewunderungswertheſte zu Unterhandlungen mit fremden Höfen. Seine perſönliche Anmuth ſtand ſeinen geiſtigen Vorzügen nicht nach. Man ſah ihm den Helden an, der er wirklich war. Schönere Züge oder eine edlere Geſtalt, als die ſeinigen, hat man ſelten geſehen, ſo wenig wie ein anmuthigeres und würdevolleres Benehmen. Seine Abweſenheit mit der Armee in Flandern verhinderte ihn, einen thätigeren Antheil, als durch Briefwechſel, an den in⸗ neren Reichsangelegenheiten zu nehmen, aber an ſeiner Ge⸗ mahlin und an Godolphin hatte er geſchickte Stellvertreter.
Marlborvugh kehrte gegen Ende November 1706 nach
Beendigung ſeines vierten Feldzugs in den Niederlanden nach London zurück, welcher ſich durch den erwähnten Sieg bei Ramilies auszeichnete, und die Uebergabe der Hauptſtädte Flanderns und Brabants, ſo wie die Anerkennung Karls des Dritten als König zur Folge hatte. Unmittelbar nach ſeiner Ankunft begab der Herzog ſich in einem Seſſel nach St. James's, aber trotz ſeiner Bemühung, unbemerkt zu bleiben, ward er entdeckt und in unglaublich kurzer Zeit von be⸗ gierigen Tauſenden umringt, welche die Luft mit ihrem Jauchzen zerriſſen. Auch war ſein Empfang bei der Königin
und bei ſeiner erlauchten Gemahlin nicht weniger ſchmeichel⸗
haft. Der Prinz Georg umarmte ihn und die Königin dankte ihm mit vieler Rührung und ſagte, ſie würde ſich nicht eher ruhig fühlen, als bis ſie ihm ihre Erkenntlichkeit für ſeine beiſpielloſen Dienſte bewieſen hätte. Dann wurden ihm prachtvolle Gaſtmahle von dem Lord Mayor und den Häuptern der Stadt gegeben, und ſo wie die zu Blenheim


