Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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10 Ein Blick auf den Hof und das Kabinet

großes militäriſches Talent, in vier glorreichen Feldzügen bewährt und durch die Siege am Schellenberge, bei Blen⸗ heim und Ramilies ausgezeichnet, hatte ihn auf einen von keinem der lebenden Generale je erreichten Gipfel des Ruhms erhoben und hatte ihm, außer den weſentlicheren Ehrenbe⸗ zeugungen in der Heimath, die Glückwünſche der meiſten Potentaten Europa's eingetragen. Der Kaiſer Joſeph hatte ihn zur Würde eines Reichsfürſten erhoben und beide Häuſer des Parlaments hatten ihm zu wiederholten Malen für ſeine Dienſte Dank geſagt. Es wurden ihm Penſionen bewilligt, welche, obwohl bedeutend, die Dankbarkeit der Nation, deren Abgott er war, nur ſchwach ausdrückten. Kein Feldherr hatte jemals dem kriegeriſchen Ruhm Englands eine ſolche Anerkennung verſchafft, als Marlborough, und ſeine Beliebt⸗ heit war ohne Gränzen. Seine Thaten waren das Geſpräch jeder Zunge, ſein Lob ſchwebte auf jeder Lippe und auf wie viel Widerſtand er auch insgeheim treffen mochte, öffentlich ward er allgemein geprieſen. Und wohl verdiente er auch das höchſte Lob, welches ihm gezollt ward, wohl verdiente er die höchſte Belohnung, welche ihm geboten ward. In ihm vereinigten ſich alle die edelſten Eigenſchaften eines Befehlshabers, und ſein Muth und ſeine Geſchicklichkeit waren nicht größer als ſeine Hochherzigkeit und Milde. Ein voll⸗ kommener Meiſter der Kriegskunſt, war er in Rath und That ohne Gleichen. In der Hitze des Gefechts war er beſonnen und ruhig wie im Zelt, und der Gewinn eines geringen

Vortheils ward ſchnell von ihm zum Siege benutzt, während er den Sieg ſelbſt auf das vollſtändigſte erſchöpfte; nicht

durch unnöthiges Schlachten, denn Niemand zeigte größere Rückſichten und Barmherzigkeit, als dieſer berühmte General, ſondern durch völlige Zerſtreuung des Feindes. England durfte wohl auf Marlborough ſtolz ſein, denn er ſtand unter den größten ſeiner Söhne.

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