Teil eines Werkes 
1. und 2. Theil (1844)
Entstehung
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8 Ein Blick auf den Hof und das Kabinet Hoffnung oder verletzte Eitelkeit, genug er hegte eine heftige Abneigung gegen die Herzogin und beſchloß, ihren Einfluß bei der Königin zu untergraben und zugleich ihren Gemahl und Godolphin zu ſtürzen, und an die Stelle des Whig⸗ Kabinets ein Tory⸗Miniſterium zu ſetzen, deſſen Haupt er ſelbſt wäre.

Bei dieſen kühnen Entſchlüſſen und während er darüber nachdachte, auf welchem geheimen Wege er das königliche Ohr erreichen könnte, was zur Ausführung ſeiner Plane unumgänglich nothwendig war, aber Dank der Wachſamkeit und Vorſicht der Herzogin faſt unmöglich ſchien, bot ſich ihm ein unvermuthetes Werkzeug dar. Als er eines Tages bei der Königin im St. James⸗Palaſte in Amtsgeſchäften Audienz hatte, bemerkte er ſeine Coufine, Abigail Hill unter ihrer Umgebung. Dieſe junge Dame, die Tochter eines bankerotten Levantekaufmanns, welche mit der Herzogin von Marlborough in eben ſo naher Verwandtſchaft, als mit ihm ſelbſt ſtand, war ganz kürzlich durch den Einfluß Ihrer Durchlaucht auf ihren jetzigen Poſten erhoben worden; und obgleich Harley ſie in Folge des Unglücks ihrer Familie bisher ganz ver⸗ nachläßigt hatte, ſo ſah er doch ſogleich, von wie großem Nutzen ſie ihm ſein könnte, und beglückwünſchte ſie über ihre Anſtellung, indem er ihr ſein großes Verlangen bezeugte⸗ ihr ferner zu dienen. Des Hofes ungewohnt und ohne Ahnung ſeiner Abſichten, glaubte Abigail ihm und verzieh ſeine frühere Kälte. Der liſtige Sekretär benutzte jede Gele⸗

genheit, ſich bei ihr einzuſchmeicheln, und bemühte ſich den Samen der Zwietracht zwiſchen ihr und der Herzogin aus⸗ zuſtreuen. Zugleich deutete er ihr den Weg an, auf welchem ſie die Gunſt der Königin gewinnen könnte, und da ſie ſeinen Rath, der mit großem Scharffinn auf einer genauen Kennt⸗ niß von Anna's Schwächen gegründet war, ſorgfältig befolgte, ſo blieben die gewünſchten Folgen nicht lange aus. Abigail