der Königin Anna im Jahre 1707.„
aber man hielt ihn für etwas unzuverläßig, und er war in der That auch ein Wetterhahn. Seinen unermüdlichen An⸗ ſtrengungen verdankte man hauptſächlich die Zuſtundehringung der Union mit Schottland, deren wichtige vonh ſpäter ſo deutlich hervortraten. Harley trug eine große Mäßigung in der Geſinnung zur Schau, wodurch es ihm gelang, ſeine Unſtätigkeit zu bemänteln, und es war einer von ſeinen Lieblingsausſprüchen, daß„der Ausdruck Partei ganz abge⸗ ſchafft werden müßte.“ Jedoch unter dem Schein von Unab⸗ hängigkeit und Freifinnigkeit hielt er ſich blos in der Abſicht obenauf, ſich einen feſten Einfluß bei beiden Parteien zu ſichern. Seine angenehmen und geglätteten Manieren, ſeine erprobte Brauchbarkeit und Erfahrung waren die Veran⸗ laſſung, daß er während der letzten beiden Parlamente Wilhelm's des Dritten zum Sprecher des Unterhauſes gewählt ward, und in dieſem Amte blieb er bei Anna's Thronbe⸗ ſteigung bis zu ſeiner Ernennung zum Staat im Jahre 1704.
Aus vielen Urſachen hatte Harley ſich bei Godolphin verhaßt gemacht; unter anderm flüſterte man ſich zu, daß er den Oberſchatzmeiſter aus der Gunſt einer gewiſſen Miſtreß Oglethorpe verdrängt hatte, durch welche wichtige Geheim⸗ niſſe in Betreff der verborgenen Ränke des Hofes von Saint⸗ Germain erlangt worden waren. Die Herzogin von Marl⸗ borough behandelte ihn immer mit Verachtung und betrug ſich mit ſolcher Zurückhaltung und Hochmuth gegen ihn, daß man glaubte, er müſſe ihr unehrbare Vorſchläge gemacht haben; und da man wußte, daß er ſich wenig Bedenklich⸗ keiten machen würde, ſobald es ſich um ſeine Erhöhung handelte, deren Pfad ihm offen geſtanden hätte, wenn er die Gunſt der allmächtigen Herzogin hätte erlangen können, ſo ward dieſer Muthmaßung ziemlich allgemein geglaubt.
Welches aber auch die Gründe ſein mochten, ſei es getäuſchte


