Teil eines Werkes 
3. und 4. Bd. (1849)
Entstehung
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ſollen am naͤchſten Morgen verbrannt werden. Nicht weit von den Pfaͤhlen liegt ein ungeheurer Haufen von Reiſigbuͤndeln. Alles iſt bereitet. Von dem Anblick be⸗ zaubert, bleibt ſie ſtehen und blickt den Hinrichtungs⸗ platz eine Zeitlang an, und als ſie ſich umwendet, ſieht ſie einen großen ſchwarzen Mann neben ſich ſtehen. Anfangs glaubt ſie, es iſt der Kerkermeiſter, und will ihm ſchon ſagen, daß ſie bereit iſt, in ihre Zelle hinunter zu ſteigen, als ſie ihn erkennt und erſchrocken zuruͤckbebt.

„Du wieder da!“ rief ſie.

„Ich kann Dich vom Scheiterhaufen erretten, wenn Du es willſt, Alice Nutter,“ ſagte er.

„Fort von mir!“ rief ſie.„Du verſuchſt mich vergebens. Fort von mir!“

Und mit einem Geheul der Wuth verſchwand der boͤſe Geiſt.

Wieder in ihre Zelle zuruͤckgefuͤhrt, die ſich in dem Burgverließ befand, brachte Alice Nutter die ganze Nacht im Gebete zu. Gegen vier Uhr aber war ſie ſo ermuͤdet, daß ſie einſchlummerte, und als der Geiſtliche, von dem ſie religioͤſen Troſt empfing, in ihre Zelle trat, fand er ſie ſchlafend, und ein liebliches Laͤcheln umſpielte ihre Lippen— das erſte, welches er je an ihr bemerkt hatte.

Da er ſie nicht ſtoͤren wollte, ſo kniete er nieder und betete an ihrer Seite. Endlich kam der Kerker⸗ meiſter mit den Gehuͤlfen des Henkers. Da beruͤhrte der Geiſtliche ihre Schulter und ſie ſtand ſogleich auf.

„Ich bin bereit,“ ſagte ſie heiter.

„Ihr habt einen guten Traum gehabt, meine Toch⸗

ter?“ ſagte er.