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Fünfzehntes Kapitel. Lancaſter Caſtle.
Seht das duͤſtere, rieſenhafte Gebaͤude, wieder auf⸗ gebaut und befeſtigt von
„Johann von Gent, Lancaſter hochbejahrt!“ In einem der Thuͤrme, den man den Stuhl Johann's von Gent nennt, ſteht zur Abendſtunde eine Dame unter der Bewachung eines Kerkermeiſters. Es iſt der letzte Sonnenuntergang, den ſie erleben wird— das letzte Mal, daß ſie die Schoͤnheiten der Erde anblickt, denn ſie iſt gefangen, zu einem ſchmachvollen und ſchrecklichen Tode verurtheilt, und am naͤchſten Morgen wird ihre Hin⸗ richtung vor ſich gehen. Sie in dem Thhhme allein laſſend, verſchließt der Kerkermeiſter die Thü und bleibt draußen ſtehen. Die Dame wirft einen zaudernden Blick um ſich. Die ganze Natur erſcheint ſo ſchön— ſo anziehend. Der Sonnenuntergang, vom Ufer von Morecombe Bay geſehen, zeichnet ſich durch abwechſelnde Faͤrbung aus. Die Berge von Furneß ſtehen ſchwarz und kuͤhn da und man kann die Windungen des Lune deutlich verfolgen. Aber ſie wirft einen ſehnſuͤchtigen
Blick auf die Huͤgelreihen von Lancaſhire und glaubt
unter den Hoͤhen den abgerundeten Gipfel des Pendle⸗ Huͤgels entdecken zu koͤnnen. Dann ſchweift ihr Blick uͤber die graue alte Stadt unter ihr dahin und bleibt auf einigen ſchrecklichen Gegenſtänden haften. Auf dem Platze vor dem Schloſſe ſieht ſie einen Kreis von hohen Pfählen. Sie kennt ſehr wohl ihren Zweck und zählt ſie. Es ſind ihrer dreizehn. Dreizehn elende Geſchoͤpfe


