keine Antwort erhielt, fuhr er fort:„Ich ſetze meinen Fuß nicht in das Gebaͤude. Es koͤnnte eine Schlinge des Satan ſein.“
In dieſem Augenblicke flogen die Fenſterladen auf und zeigten, daß der Pavillon von vielen Kerzen erleuch⸗ tet war, während eine feierliche Muſik aus demſelben hervordrang.
„Tretet ein,“ wiederholte die Stimme.
„Habt keine Furcht, Sire,“ ſagte Nicolaus.
„Dies kann nicht das Werk des Teufels ſein,“ rief Jakob.„Er erfreut ſich nicht an heiligen Hymnen und lieblicher Muſik.
„Das iſt ein feierliches Sterbelied,“ ſagte Nico⸗ laus, als ſich melodiſche Stimmen mit der Muſik ver⸗ einten.
„Gut, gut, ich will auf jede Gefahr weiter gehen,“ ſagte Jakob.
Die Thuͤren flogen auf, als der Koͤnig und ſeine Begleiter ſich naͤherten, und ſobald ſie eingetreten waren, ſchloſſen ſich die Thuͤrfluͤgel wieder.
Ein auffallendes und trauriges Schauſpiel ſtellte ſich ihren Blicken dar. In der Mitte des Gemaches ſtand eine Bahre, mit einem ſammetnen Leichentuche bedeckt, und darauf lagen die Leichen eines Juͤnglings und eines Mädchens. Sie waren blaß und ſchoͤne Mar⸗ morbilder und ein Lächeln umſchwebte ihre Zuͤge. Sie lagen neben einander und ihre Arme waren verſchlun⸗ gen, als waren ſie in gegenſeitiger Umarmung geſtorben. Eine Guirlande von Taxus und Cypreſſen lag zu ih⸗ ren Haͤuptern und ringsum waren Blumen geſtreut.


