Es waren Richard und Alizon.
Ein tief ergreifender Anblick war es und eine Zeit⸗ lang ſprach Niemand. Der feierliche Grabgeſang dauerte fort und wurde nur von dem gedaͤmpften Schluchzen der Umſtehenden unterbrochen.
„Beide dahin!“ rief Nicolaus in gebrochenen Toͤnen;„und ſo jung— ſo gut— ſo ſchön! Ach! ach!“
„Sie kann ihn nicht behext haben,“ ſagte der Koͤnig.
„Alizon war die Unſchuld und die Guͤte ſelbſt,“ rief Nicolaus,„und iſt jetzt unter der Zahl der Engel.“
„Die Schuldige iſt in Deinen Haͤnden, o Koͤnig!“ ſagte die Stimme;„es iſt an Dir, zu beſtrafen.“
„Und ich will meine ſtrafende Hand nicht zuruͤck⸗ halten,“ ſagte Jakob.„Die Devices ſollen gewiß ſter— ben. Wenn ich dieſes Zimmer verlaſſe, will ich ſie un⸗ ter ſtarker Begleitung nach Lancaſter Caſtle bringen laſſen. Sie ſollen von den Haͤnden des gemeinen Hen⸗ kers ſterben.“
„Dann iſt meine Aufgabe vollendet,“ verſetzte die Stimme,„und ich kann in Frieden ruhen.“
„Wer biſt Du?“ fragte der Koͤnig.
„Einer, der ſchwer geſuͤndigt, aber Vergebung er⸗ langt hat,“ verſetzte die Stimme.
Der Koͤnig war einen Augenblick in Nachdenken verſunken und wollte dann gehen. In dieſem Augen⸗ blick erhob ſich hinter der Todtenbahre eine knieende Ge⸗ ſtalt, die bisher Niemand bemerkt hatte. Es war eine Dame in Trauerkleidung. Ihr Geſicht war ſo blaß und ihre abgemagerte Geſtalt ſo leichenhaft, daß Jakob ein


