Teil eines Werkes 
3. und 4. Bd. (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

245

Und er rieb ſich freudig die Haͤnde.

„Alizon der Hexerei angeklagt, ſagſt Du?“ rief Miſtreß Nutter.

„Ja,“ antwortete der Hausgeiſt.„Sie iſt im Ver⸗ dacht, Richard Asſheton behext zu haben, den Jennet Device getoͤdtet hat. Fuͤr ihr Alter hat das kleine Maͤd⸗ chen eine ſeltene Anlage zum Unheil. Aber Niemand wird die wahre Urheberin des Verbrechens erfahren, und Alizon wird dafuͤr leiden muͤſſen.“

„Der Himmel wird eine ſolche Ungerechtigkeit nicht zugeben,“ ſagte die Dame.

„Da Du Nichts mit dem Himmel zu ſchaffen haſt, ſo iſt es unnuͤtz, ihn zu erwaͤhnen,“ ſagte der Geiſt. „Aber gewiß iſt es hart, daß ein ſo junges Geſchoͤpf, wie Alizon, umkommen ſoll.“

„Kannſt Du ſie retten?“ fragte Miſtreß Nutter.

„O ja, ich könnte ſie wohl retten, aber ſie wird es nicht geſtatten,“ verſetzte der dienſtbare Geiſt grinſend.

„Nein— nein— es iſt unmoͤglich,“ rief das ungluͤckliche Weib.„Und ich kann ihr nicht helfen.“

„Vielleicht doch,“ ſagte der Verſucher.„Mein Herr, den Du der Haͤrte beſchuldigſt, iſt ſtets bereit, Dir ge⸗ fallig zu ſein. Es ſind Dir noch einige Minuten uͤbrig — wuͤnſcheſt Du, daß er ihr helfe? Ertheile mir Dei⸗ nen Befehl, und ich will Dir gehorchen.“

„Dies iſt eine Schlinge,“ dachte Miſtreß Nutter; „ich will ihr widerſtehen.“

„Du kannſt nicht ſchlimmer dran ſein, als Du es biſt,“ ſagte der boͤſe Geiſt.