„Das weiß ich nicht,“ verſetzte die Dame.„Was wuͤrdeſt Du thun?“
„Was Du mir befiehlſt. Ich kann Nichts aus eigenem Antriebe thun. Soll ich Deine Tochter hieher bringen? Sage es, und es ſoll geſchehen.“
„Nein— Du wuͤrdeſt mich in Deine Schlinge ziehen,“ verſetzte ſie.„Ich weiß wohl, daß Du keine Macht uͤber ſie haſt. Du wuͤrdeſt mir ein Trugbild vor⸗ fuͤhren. Ich moͤchte ſie ſehen, aber nicht durch Deine Vermittelung.“
„Hier iſt ſie,“ rief Alizon, die Thuͤr eines Cloſet oͤffnend und auf ihre Mutter zueilend, die ſie ſogleich in ihre Arme ſchloß.„Bete fuͤr mich, mein Kind,“ rief Miſtreß Nutter, ihre Bewegung bemeiſternd,„oder
ich werde auf ewig von Dir getrennt werden. Meine
Augenblicke ſind gezaͤhlt. Bete— bete!“ Alizon fiel auf ihre Kniee und betete inbruͤnſtig. „Du verſchwendeſt Deinen Athem,“ rief der dienſt⸗
bare Geiſt in hoͤhnendem Tone.„Nicht eher kann ſie
gerettet werden, als bis das Brandmal von ihrer Stirn verſchwindet und die blutige Schrift auf dieſem Perga⸗ ment erliſcht. Sie iſt mein.“
„Bete, Alizon, bete,“ ſchrie Miſtreß Nutter.
„Ich werde ſie in Stuͤcke zerreißen, wenn ſie nicht aufhoͤrt,“ rief der dienſtbare Geiſt, eine ſchreckliche Ge⸗ ſtalt annehmend und ihr mit Klauen, gleich denen eines wilden Thieres, drohend.
„Betet auch, Mutter,“ rief Alizon.
„Ich kann es nicht,“ verſetzte die Dame.


