Teil eines Werkes 
3. und 4. Bd. (1849)
Entstehung
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Neue Qualen dringen auf ſie ein. Die Hoͤlle ſteht ihr wieder vor Augen, aber in neuer Geſtalt und mit neuen Strafen. Sie ſchließt die Augen. Sie haͤlt die Ohren zu. Aber ſie ſieht ſie noch immer und hoͤrt ihr entſetzliches Geheul.

Nochmals befragt ſie das Stundenglas. Der Sand laͤuft weiter— aber nimmt zuſehends ab. Sie denkt an Alles, was ſie auf Erden liebt— ſie denkt an ihre Tochter! O! wenn Alizon in ihrer Naͤhe waͤre, ſo koͤnnte die fuͤr ſie beten— koͤnnte dieſe ſchrecklichen Viſionen hinwegſcheuchen und ſie retten. Sie ruft ſie— aber ſie antwortet nicht. Nein, ſie iſt gaͤnzlich verlaſſen von Gott und Menſchen und muß auf ewig untergehen.

Wieder befragt ſie das Stundenglas. Nur eine Viertelſtunde iſt ihr noch uͤbrig. O! wenn ſie ſie nur zum Gebet anwenden koͤnnte! O! wenn ſie nur nie⸗ derknien oder weinen koͤnnte.

Ein großer Spiegel haͤngt an der Wand und ſie wird unwiderſtehlich zu demſelben hingezogen. Sie ſieht eine Geſtalt darin— aber ſie erkennt ſie ſelber nicht. Dieſer leichenhafte Gegenſtand mit dem weißen Haar, der aus dem Grabe aufgeſtanden zu ſein ſcheint— iſt ſie es? Es muß ein Trugbild ſein. Nein— ſie be⸗ ruͤhrt ihre Wange und findet, daß es wirklich iſt. Aber ach! was ſoll dieſes rothe Brandmal vor ihrer Stirn? Es muß das Siegel des Satan ſein. Sie verſucht es auszuloͤſchen— aber es geht nicht. Im Gegentheil wird es nur roͤther und dunkler.

Nochmals befragt ſie die Sanduhr. Der Sand laͤuft noch. Wie viele Minuten ſind noch uͤbrig?