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i Ihr Blick war feſt auf das Stundenglas gerichtet. 3 Sie ſah den Sand ſtill aber ſchnell herunterlaufen, gleich 11 dem Strom des Lobensblutes, mit dem zugleich das Leben endet. Sie ſah die ſchimmernden Koͤrner oben
3 unmerklich abnehmen, und als haͤtte ſie ihr Geſchick da⸗ durch aufhalten koͤnnen, ergriff ſie das Glas und wollte es umkehren; doch es fiel ihr die Thorheit eines ſolchen 1 Benehmens ein und ſie ſetzte es wieder nieder.
Dann bemaͤchtigten ſich ihrer entſetzliche Gedanken, erdruͤckten und uͤberſchuͤtteten ſie, und ſie empfand im Voraus alle die Qualen, die ſie bald wuͤrde erdulden muͤſſen. Ein Feuermeer, worin ungluͤckliche Seelen auf ewig hin und her geſchleudert wurden, rollte an ihr vor⸗ uͤber. Ein Heulen, wie es keine irdiſche Qual hervor⸗ zubringen vermag, traf ihr Ohr. Ungeheuer von ſchreck⸗ licher Geſtalt ſperrten ihre Rachen auf, um ſie zu ver⸗ ſchlingen. Teufel, mit entſetzlichen Folterinſtrumenten ver⸗ ſehen, wie die wildeſte Phantaſie ſie nur malen kann, drohten ihr. Die ganze Hoͤlle und ihr Entſetzen war da, ihr ſchrecklicher Abgrund, ihre praſſelnden Feuereſſen, ihre Stroͤme von geſchmolzenem Metall, ſtets brennend und gluͤhend, aber nie ihre Opfer verzehrend. Eine heiße, ſchwefelerfullte Atmoſphaͤre druͤckt ſie und ein blutiger
Nebel truͤbt ihre Blicke. Sie verſucht zu beten, aber ihre Zunge klebt am Gaumen. Sie ſieht ſich nach ihrer Bibel um, aber ſie hat ſie zuruͤckgelaſſen, als ſie aus ihrer Huͤtte entführt wurde. Sie hat keinen Schutz und ſieht keine Ret⸗ tung.
Noch immer läuft der Sand weiter.


