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hoͤrt, daß das Verbrennen einer Hexe ein Schauſpiel ſei, woran das Volk ſich erfreute— daß man es als eine Luſtbarkeit anſehe, wie jede andere; und warum ſollten ſie nicht lachen und Muſik dabei haben? Aber konnte ſie hingerichtet werden ohne Verhoͤr und Urtheil? Das wußte ſie nicht. Alles, was ſie wußte, war, daß ſie ſchuldig ſei und zu ſterben verdiene. Als dieſer Ge⸗ danke ſich ihrer bemaͤchtigte, toͤnte ihr das Lachen wie das Hohngelaͤchter von Teufeln in die Ohren, und die Muſik gleich den furchtbaren Harmonien, die ſie bei den Hexenſabbathen gehoͤrt.
Plotzlich erinnerte ſie ſich mit unbeſchreiblichem Ent⸗ ſetzen, daß gerade in dieſer Nacht die in ihrem Vertrag mit dem Teufel beſtimmte Friſt abgelaufen ſei— daß er ſie als ſein Eigenthum in Anſpruch nehmen koͤnne, wenn ſie nicht durch Buße und Gebet ihre Erloͤſung be⸗ wirkt habe. Es fiel ihr auch mit erhoͤhter Unruhe ein, daß der Mann, der das Stundenglas auf den Tiſch geſtellt, und ſie dabei mit unheimlichem Laͤcheln angeſe⸗ hen, zu ihr geſagt, daß es elf Uhr ſei!
Ihre letzte Stunde war alſo gekommen— ja ſchon zum Theil voruͤber, und die Augenblicke ſchwanden raſch dahin.
Bei dieſem Gedanken empfand ſie eine heftige Qual. Es war ihr, als ob die Vernunft ſie verlaſſe, und haͤtte ſie ſich nicht mit Entſchloſſenheit widerſetzt, ſo haͤtte wohl eine ſolche Kriſis eintreten koͤnnen. Aber ſie wußte, daß ihr ewiges Heil von der Echaltung ihres geiſtigen Gleich⸗ gewichts abhaͤngig ſei, und ſie bemuͤhte ſich, es zu be⸗ haupten, was ihr am Ende auch gelang.
Ainsworth, Hexen. IW. 3 16
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