ſchloſſen. Die Bettvorhänge wurden zurückgeſchlagen und das Mondlicht ſtrömte voll auf das Geſicht des Schläfers. Er lag in tiefem Schlummer. Konnte ein Schuldiger ſo feſt ſchlafen? Ich bezweifelte faſt die Ge⸗ f ſchichte des Greiſes.
Indem wir uns in den Schatten des Himmelbettes ſtellten, näherte ſich Criſtofano dem Lager. Ein Sti⸗ lett funkelte in ſeiner Hand.
„Erwache!“ rief er mit Donnerſtimme.
Der Schläfer fuhr empor. Ich betrachtete ſein Geſicht. Er las Criſtofano's Abſicht in ſeinem Ange, aber er erbebte nicht.
„Feiger Mörder!“ rief er,„Du haſt wohl für deine Sicherheit geſorgt, indem Du mich im Schlafe überfielſt.“
„Und wer unterrichtete mich darin?“ fiel der Greis heftig ein.„Bin ich der Erſte, der den mitternächtli⸗. chen Schlummer benutzte? Sieh dieſen Handſchuh an! 6 Wann und wie erhielt er ſeine Farbe?“
Und er hielt den Handſchuh empor, der im Mond⸗ lichte geſchwärzt und fleckig ausſah.
Der Marcheſe ſtöhnte laut.
„Meinen Schrank erbrechen!“ rief er endlich. „Schurke! wie konnteſt Du das wagen? Aber wozu rede ich? Ich weiß, mit wem ich zu thun habe!“
Mit dieſen Worten ſprang er von ſeinem Lager, in der Abſicht, mit dem Greiſe zu ringen; aber Criſtofano zog ſich zurück, und in dem Angenblick kamen ihm
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