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öffnete. Wir traten in einen Garten, der mit Orangen⸗ bäumen angefüllt war, deren Duft ſich durch die mitter⸗ nächtliche Luft verbreitete. Wir hörten das Plätſchern eines Springbrunnens in der Ferne und die vollen Töne einer Nachtigall unter den höheren Bäumen. Der Mond hing wie eine Lampe über dem platten Dache der ſtolzen Villa. Wir ſchritten eine breite Terraſſe dahin, die mit marmorner Balnſtrade verſehen war. Der Greis deutete auf ein offenes Sommerhaus am Ende des Ganges und gab mir, ohne zu reden, einen bedentungs⸗ vollen Wink. Durch ein Fenſter gelangten wir ins Haus. Wir befanden uns in einer mit Statuen ange⸗ füllten Vorhalle und gingen leiſe über den marmornen Fußboden dahin. Nachdem wir durch mehrere Zimmer gekommen waren, ſtiegen wir zu einem Korridor hinauf und traten in ein Gemach, welches das Vorzimmer ei⸗ nes anderen bildete. Seinen Finger auf ſeine Lippen legend und ſeinen Kameraden ein Zeichen gebend, öffnete Criſtofano eine Thür und verſchwand. Es trat eine athemloſe Pauſe von einigen Minuten ein, während welcher ich aufmerkſam horchte, aber nur das leiſe Ge⸗ räuſch eines Schloſſes vernahm.
Sogleich kehrte der Greis zurück.
„Er ſchläft,“ ſagte er in leiſem und tiefem Tone zu mir;„er ſchläft, wie ſein Opfer ſchlief— er ſchläft ohne einen Traum von Reue; und er ſoll erwachen, wie ſie erwachte— zur Verzweiflung. Kommt in die⸗ ſes Zimmer!“
Wir gehorchten. Die Thür wurde von innen ge⸗


