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Auriol oder: Das Lebenselixier : ein Roman : Bd. 1 und 2 / von W. Harrison Ainsworth. Aus dem Engl. übers. von Ernst Susemihl
Entstehung
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und hätte nicht meine Gebieterin geſchricen, ſo wäre je⸗ ner Augenblick mein letzter geweſen. Auf ihre Bitte ließ er mich los; aber ihr Schreien hatte noch andere Ohren erreicht, und der Marcheſe kam, um ſeine belei⸗ digte Ehre zu rächen. Er ließ ſich nicht Zeit, die Art der Beleidigung zu unterſuchen, ſondern drang, den De⸗ gen in der Hand, auf den Engländer ein und befahl mir, die Dame wegzubringen. Das Klirren ihrer De⸗ gen war nicht zu hören bei ihrem Geſchrei, als ich ſie forttrug; aber ich wußte, daß der Kampf ein verzwei⸗ felter war. Ehe ich das Haus erreichte, war meine Herrin ohnmächtig geworden; und indem ich ſie der Fürſorge der anderen Diener übergab, eilte ich auf die Terraſſe zurück. Mein Herr begegnete mir und ging langſam auf das Haus zu. Sein Degen war fort ſeine Angenbrauen zuſammengezogen und er wich meinem Blicke aus. Ich wußte, was geſchehen war, und näherte mich ihm nicht. Er ſuchte ſeine Gemahlin auf. Was in jener Unterredung vorging, wurde nie bekannt, aber aus dem Erfolge kann man es errathen. In der Nacht verließ die Marquiſin das Haus ihres Gatten, um nie zurückzukehren. Am nächſten Morgen beſuchte ich die Terraſſe, wo ſie den Brief erhalten hatte. Der Handſchuh lag noch am Boden. Ich hob ihn auf, brachte ihn dem Marcheſe und erzählte ihm den ganzen Vorfall. Er nahm ihn und gelobte, ſich nicht eher zufrieden geben zu wollen, bis er jenen Hand⸗ ſchuh in ihr Blut getaucht habe.

Und er hielt ſein Wort? fragte ich ſchandernd.