—
— 15—
ihn ſcherzend mit dem Handſchuh, den ſie in der Hand hielt. Das Thier ſchnappte nach dem Handſchuh, riß ihn ihr aus der Hand, und als er zurückſprang, fiel er aus dem Wagen. Meine Herrin ſtieß bei dieſem An⸗ blick einen Schrei aus, und als ich den Hund retten wollte, war ſchon der Engländer ins Waſſer geſprungen. In einem Augenblick hatte er der Marquiſin ihren Lieb⸗ ling wiedergegeben, und empfing den wärmſten Dank. Von dem Augenblick an begann eine Vertraulichkeit, die für Beide die unheilvollſten Folgen haben ſollte.“
„Verriethet Ihr ſie?“ fragte ich ein wenig unge⸗ duldig.
„Ich war das blinde Werkzeug des Marcheſe. Ich that es,“ verſetzte der Greis.„Ich erzählte ihm alle einzelnen Umſtände der Unterredung. Er hörte mich ſchweigend an, wurde aber blaß wie Aſche vor unter⸗ drücktem Zorn. Indem er mir gebot, meine Wachſam⸗ keit zu verdoppeln, verließ er mich. Ich ließ meine Herrin jetzt ſelten aus den Augen. Eines Abends, we⸗ nige Tage nach dem, was geſchehen war, ging ſie al⸗ lein auf der Gartenterraſſe der Villa auf und ab. Sie hielt ihre Guitarre in der Hand und ihr Lieblingshund war an ihrer Seite. Ich war in geringer Entfernung, aber unbemerkt. Sie ſchlug einige klagende Akkorde auf ihrem Inſtrumente an, ließ dann ihr Kinn auf ihrem weißen abgerundeten Arme ruhen und ſchien ſich in zärt⸗ liche Träume zu verſenken. Ich wollte, Sie hätten ſie geſehen, Signor, wie ich ſie damals ſah oder, wie ein Anderer ſie ſah, ſo würden Sie anerkennen müſſen, daß


