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Auriol oder: Das Lebenselixier : ein Roman : Bd. 1 und 2 / von W. Harrison Ainsworth. Aus dem Engl. übers. von Ernst Susemihl
Entstehung
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borgen. In dieſer Zeit kam der erwähnte Engländer nach Rom. Meine Herrin, die wenig an den Luſtbar⸗ keiten der Stadt Antheil nahm, hatte ihn noch nicht geſehen; aber dem Rufe nach konnte ſie nicht unbekannt mit ihm ſein, da Alle ſeines Lobes voll waren. Ein Gerücht von ſeinem glücklichen Erfolge bei anderen Da⸗ men war zu meinem Herrn gedrungen; ja ich habe Grund zu glauben, daß der ſchöne Engländer ihm an⸗ derswo in den Weg getreten war, und er wich dem Zuſammentreffen mit ihm ſorgfältig aus. Indeſſen ka⸗ men ſie doch auf unerwartete Weiſe zuſammen. Da⸗ mals, wie jetzt, war es Sitte, bei beſonderen Gelegen⸗ heiten während der Sommerhitze in der Piazza Navona, die unter Waſſer geſetzt war, zu fahren. Eines Abends fuhr die Marquiſin dorthin, und ich allein begleitete ſie. Unſer Wagen kam zufällig in die Nähe des jungen Engländers.

Die Marquiſin war ohne Zweifel ſchön? ftagte ich, ihn unterbrechend.

Sehr ſchön! verſetzte er;und ſo ſchien auch ihr Landsmann zu denken, denn er war in Bewunderung verloren. Ich bin nicht ſehr in der Augenſprache er⸗ fahren, aber die ſeinige war zu beredt und ausdrucks⸗ voll, um mißverſtanden zu werden. Ich beobachtete meine Herrin genau. Obgleich ihre Augen niedergeſchla⸗ gen waren, gab doch ihre glühende Wange zu erkennen, daß ſie nicht unempfindlich für ſeine Blicke war. Sie ſpielte mit ihrem Hunde, der ein hübſches Windſpiel war, und den ſie bei ſich im Wagen hatte, und ſchlug