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Auriol oder: Das Lebenselixier : ein Roman : Bd. 1 und 2 / von W. Harrison Ainsworth. Aus dem Engl. übers. von Ernst Susemihl
Entstehung
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Ich folgte ihm, und wir ſtanden unter dem Schat⸗ ten der Waſſerleitung.

Vor Jahren, begann der Greis,kam ein Engländer, der Ihnen in jeder Hinſicht glich, ſo jung und ſchön von Perſon, wie Sie, nach Rom und ſchlug ſeine Wohnung in der ewigen Stadt auf. Er war von hohem Range in ſeinem Vaterlande und wurde auch hier mit der ſeinem hohen Stande gebührenden Auszeich⸗ nung behandelt. Zu jener Zeit war ich im Hauſe des Marcheſe di

Ich war ſein vertranter Diener ſein Rathge⸗ ber, ſein Freund. Ich hatte ſchon ſeinem Vater gedient ihn als Kind umhergetragen mit ihm als Kna⸗ be geſpielt ihn geliebt und ihm gedient als Mann. Ihn geliebt, ſage ich, denn ungeachtet ſeiner Behand⸗ lung liebte ich ihn ſo ſehr, wie ich ihn jetzt verabſcheue. Nun, Signor, zu meiner Geſchichte. Wenn ſeine In⸗ gend ausſchweifend geweſen, war ſein männliches Alter nicht weniger verderbt; es war der kalten, berechneten Ausſchweifung gewidmet. Bald nachdem er zu dem Ti⸗ tel und der Beſitzung ſeines Vaters gelangt war, ver⸗ heirathete er ſich. Daß er ſeine Gattin liebte, kann ich kaum glauben, denn obgleich er ſich ſehr eiferſüchtig zeigte, war er ihr doch untreu, und ſie wußte es. In Italien iſt die Rache in ſolchen Fällen dem Weibe leicht, und ſo viel ich weiß, mochte die Marquiſin auf Wiedervergeltung geſonnen haben. Mein Herr aber be kam Nachricht davon, zog ſich auf ſeine Villa außerhalb der Stadt zurück und hielt ſich eine Zeit lang dort ver⸗