Schluß.
mit dem Mädchen ſprechen. Wie erſtaunte er aber, daß Dieſe die Geſchichte faſt ſo genau wußte wie er ſelbſt, ja daß ſie den Baron Brand zu kennen und die innigſte, herzlichſte Theilnahme an ſei⸗ nem Schickſal zu nehmen ſchien. Ein Wort gab das andere, und da Leute, welche auf einem engen Wagenſitze ſo den ganzen Tag mit einander fahren, leicht zu Mittheilungen geneigt ſind, ſo er⸗ zählten ſie ſich Beide noch im Laufe des Nachmittags ihre Schick⸗ ſale, daß er ſowohl Kammerjungfer als Jäger an ein und dem⸗ ſelben Morgen dem Grafen Fohrbach empfohlen.
So fuhren ſie dahin und es war ſpät am Nachmittage, als der Wagen vor einem Wirthshauſe umgeſpannt wurde, in dem ſich ziem⸗ lich viele Gäſte befanden, welche durch ein Harfenmädchen unter⸗ halten wurden, die mit lauter Stimme allerlei luſtige Lieder ſang. Als die Künſtlerin den Wagen heranrollen hörte, kam ſie vor das Haus, fuhr aber plötzlich wieder zurück, als ſie das Geſicht der Dame im Wagen geſehen hatte. Doch bemerkte man, wie ſie ihre Harfe in das Zimmer hinſtellte, und dann dieſes ſowie das Haus durch eine Hinterthüre verließ. Gleich darauf fühlte Hen⸗ riette, daß ſte Jemand an ihrem Mantel zupfe. Sie wandte ſich um und ſchaute in das luſtige Geſicht ihrer ehemaligen Gefährtin, welche ihr lachend die Hand reichte.„Siehſt du,“ ſagte Die⸗ ſelbe,„uns Beiden iſt es nach Wunſch ergangen. Du fühlſt dich glücklich in den Feſſeln deines Dienſtes, und ich mich nicht min⸗ der mit meiner Harfe in der prächtigen Freiheit.“
Der Jäger war nicht wenig überraſcht, Nanette, die er wohl kannte, hier wieder zu ſehen, und auch das Mädchen ſchien ſich herzlich über die Begegnung zu freuen.„Es iſt auch ſonſt noch ein Bekannter von uns hier,“ flüſterte ſie ihm zu,„Mathias, aber er liegt noch immer krank an ſeiner Wunde darnieder. Frei⸗ lich geht's ihm beſſer, doch hat ihn die Nachricht, daß man den


