382 Sechsundachtzigſtes Kapitel.
Wirth zum Fuchsbau eingeſteckt und daß er, den er ſo ſehr geliebt, elend umgekommen ſei, wieder auf's Neue ſehr darniedergeworfen.“
„Sag' ihm meinen Gruß,“ antwortete Franz,„und zu gleicher Zeit, daß die Nachricht von ihm falſch ſei. Er iſt wohl verſchwunden, aber nicht elend umgekommen.“
„Das wird ihn erheitern,“ verſetzte das Harfenmädchen⸗ „Jetzt aber lebt wohl, eure Pferde ſind angeſpannt.“
„Leb wohl!“ ſagten Henriette und der Jäger, und Beide drückten der Andern herzlich die Hand. Letzterer ließ ſeine Geld⸗ börſe darin zurück, indem er ſagte:„Es iſt für Mathias, er ſoll ſich pflegen, und wenn er das Vergangene vergeſſen kann, ſo wird es mir vielleicht möglich ſein, ſpäter mehr für ihn zu thun.“
Dahin flog der Wagen, Jäger und Kammerjungfer ſprachen lange nichts mit einander, aber in dem Wirthshaus ertönte gleich darauf wieder luſtig wie früher Harfe und Geſang.
Was nun den Fuchsbau anbelangt, nach deſſen finſteren Räumen uns der geneigte Leſer ſchon öfters freundlich begleitet, ſo wurde er vom Staate angekauft und zu einem Arbeitshauſe für weibliche Mitglieder der menſchlichen Geſellſchaft eingerichtet, welche durch böſen Lebenswandel der wachenden Gerechtigkeit Veranlaſſung gaben, ſich um ihr Privatleben zu bekümmern⸗ Leider können wir aber nicht verſchweigen, daß ſich noch vor Ab⸗ lauf eines Jahrs, von dem Zeitpunkt an gerechnet, an welchem unſere wahrhaftige Geſchichte ſchließt, einige unſerer Bekannten ſich dort ein Rendezvous gaben, und zwar Madame Becker, Ma⸗ dame Wundel und deren Tochter Emilie, leider jedoch nicht zu Kaffee und Punſch, wohl aber zu Waſſer und Brod und ſehr dünner Erbſenſuppe. Das uns wohl bekannte Gemach mit der braunen Decke und den gleichen Holzwänden gehörte zur Woh⸗ nung des Aufſehers, doch liebte Dieſer das Gemach nicht beſon⸗
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