Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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380 Sechsundachtzigſtes Kapitel.

Leuten angekauft worden, welche der eingegangenen Bedingung gemäß den ehemaligen Chef der Handlung als letzten Commis beibehalten mußten. Die Gefühle, mit welchen Herr Blaffer an ſeinem Pulte ſaß, brauchen wir nicht zu ſchildern; beinahe wahn⸗ ſinnig preßte er ſeine mageren Hände vor die Stirne, wenn Au⸗ guſt in das Comptoir trat, und er ſich nun um ſo lebhafter der früheren Zeiten erinnerte, ſeines Lehrlings und des verſchwun⸗ denen Mädchens, vom welchem man übrigens nichts mehr gehört.

Als Graf Fohrbach am Tage ſeiner Hochzeit die Stadt ver⸗ ließ, geſchah dieß in einem großen, ſchweren Reiſewagen, auf deſſen hinterem Bock der Jäger Franz Karner ſaß, ſowie Hen⸗ riette, die Kammerjungfer der jungen Gräfin. Da Diener und Dienerin ſich erſt kürzlich kennen gelernt hatten, ſo fand zwiſchen ihnen keine lebhafte Unterhaltung ſtatt. Sie blickte rechts und er links, zuerſt auf die Häuſer, an denen ſie vorbeifuhren, dann auf die Pappeln der Allee und was ihnen ſonſt noch begegnete. Auf der zweiten Station der Ort hieß Königshofen ſprang Graf Fohrbach aus dem Wagen und fragte ſeinen Jäger, der ihm den Schlag öffnete:Nicht wahr, da hinaus ginget ihr? Da⸗ bei zeigte er auf den Wald, der ſich hinter dem Dorfe erhob. So iſt's, Euer Erlaucht, erwiederte der Jäger, und als er wieder auf ſeinen hohen Sitz geklettert war, blieb er aufrecht ſtehen, und ſtarrte lange, lange nach dem Wald hinüber, er hätte gar zu gern die Lichtung noch einmal geſehen. Der Wagen rollte aber unaufhaltſam dahin, und bald legten ſich andere Berge und Wälder zwiſchen ihn und jenen verhängnißvollen Platz. Der⸗ ſelbe ward aber doch Veranlaſſung, daß Franz mit der Kammer⸗ jungfer ein Geſpräch anknüpfte. Sein Herz war zu voll, er mußte, wenn auch fremd thuend, von jenem unglücklichen Mor⸗ gen ſowie von einem gewiſſen Baron Brand, der hier geendet,