Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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372 Fünfundachtzigſtes Kapitel.

Gegenſtand der Unterhaltung in der Familie war, werden wir dem Leſer nicht zu ſagen brauchen, dagegen wollen wir nicht verſchweigen, daß Seine Excellenz die Naſe mit der Hand feſthaltend lange im Salon auf und ab ſchritt und einer längeren Rede der Präſidentin lauſchte, welche eifrig zu ihm ſprach.Und wenn Alles ſo wäre, wie du mir ſagteſt, fuhr ſie fort,ſo können ſämmtliche Gerichte des Landes ihn doch nicht wieder lebendig machen und zur Verant⸗ wortung ziehen. Welchen Nutzen brächte es dir alſo, die Sache an die große Glocke zu hängen, ſie ſtadt⸗ und landkundig zu machen? Nutzen, du lieber Gott! rief ſte weinend.Nur Schande, o welche Schande! Wird nicht die ganze Stadt mit Fingern auf uns deuten? O der Scandal!

Und meine Ehre als Chef der Polizei, ſprach ſtehen bleibend der Präſident, wobei ſeine losgelaſſene Naſe hoch empor fuhr.

Und meine Ehre, ſagte Auguſte weinend.Bin ich nicht unglücklich genug durch dieſe ſchreckliche Geſchichte geworden!

Der Präſident ſetzte abermals ſchweigend ſeinen Spazier⸗ gang fort und mit einem tiefen Seußzer blickte er auf die linke, immer noch leere Seite ſeines Frackes.Eine allerhöchſte Be⸗ lohnung, gehen können. O ich war ſo nah daran. Damit melnke er

redete er ſchwermüthig,hätte mir dießmal nicht ent⸗

den Stern, nach dem er ſo lange geſchmachtet.Wer weiß, wenn es wieder einem Hauptverbrecher gefällt, ſich von mir ein⸗ fangen zu laſſen.

In dieſem Augenblicke meldete der Bediente einen herr⸗ ſchaftlichen Jäger, welcher Seine Excellenz zu ſprechen wünſche, Auf ein Kopfnicken des Letzteren trat Franz ein und übergab einen Brief, indem er ſagte:Von dem Herrn Baron von Brand. Man kann ſich denken, wie der Präſident bei dieſer Meldung

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