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Des Jägers Bericht. 371
„Adien, Major!“
Mit kurzen Worten wollen wir dem Leſer noch ſagen, daß das heutige Diner bei Seiner Excellenz dem Kriegsminiſter äußerſt glänzend war, daß bei demſelben die Verlobung zwiſchen Eugenie und dem jungen Grafen proclamirt wurde, und daß der Major hierauf bezüglich einen gar ſchönen Toaſt ausbrachte. Das un⸗ glückliche Ende des Barons war übrigens ſchon bekannt geworden und man ſchrieb daſſelbe allgemein einem Duell mit Herrn von Dankwart zu. Es half auch nichts, daß Dieſer auf's Feierlichſte das Gegentheil verſicherte, ja daß er ſich anheiſchig machte, ein Alibi beweiſen zu wollen. Man zuckte die Achſeln, man ver⸗ beugte ſich lächelnd, ſobald aber Herr von Dankwart den Rücken gewendet und anderswohin getänzelt war, ſo ſagte man:„Das iſt erſtaunlich; wer hätte das gedacht!“
„Und der Baron war ein immenſer Piſtolenſchütze,“ meinte ein Anderer und ein Dritter ſetzte hinzu:„Was mich bei Herrn von Dankwart nur wundert, iſt einzig und allein, wie man nach einer ſo furchtbaren Cataſtrophe— am gleichen Tage mit der Ruhe ſein Diner einnehmen kann.“
„Erſtaunlich!“
„Erſtaunlich!“ wiederholten Alle, und Herr von Dank⸗ wart wurde von da mit weit größerer Ehrfurcht betrachtet, als dieß bisher geſchehen.
Auch der Präſident war bei dem Diner geweſen, war aber ſehr ſtill und nachdenkend und verkehrte faſt nur mit dem Herzog Alfred, mit dem er ſich längere Zeit in einer Ecke des Salons eifrig unterhielt. Gegen acht Uhr verließ er die Geſellſchaft und fuhr nach Hauſe. Dort hatte er mit ſeiner Gemahlin eine heftige Scene, bei welcher endlich auch Fräulein Auguſte, aber ſehr nie⸗ dergeſchlagen und mit rothgeweinten Augen erſchien. Wer der 24*


