Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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368 Fünfundachtzigſtes Kapitel.

vielleicht die Schritte der andern Partei zu vernehmen. Aber, ſetzte er trübe lächelnd hinzu,ich hörte nichts dergleichen. Der Wald war entſetzlich ſtille, nur das Laub rauſchte unter meinen Füßen, hie und da flatterte ein Vogel und von weit her ſang der Kukuk ſein melancholiſches, einförmiges Lied.

Endlich fandeſt ihn? rief geſpannt der Graf, als der Jäger vor ſich hinſtarrend ſchwieg.

In der Waldlichtung. Herr, wie er mir vorausgeſagt.

Allein?

Ganz allein.

Und

Todt, ſagte der Jäger nach einem tiefen Athemzuge. Die Kugel war ihm durch's Herz gegangen.

Ah! das iſt entſetzlich! rief der Major.Du ſahſt Nie⸗ mand? Du vernahmſt alſo wirklich keine Schritte, die ſich entfernten?

Ich ſah nichts als die Sonne, die ihren Strahl über ſeine bleichen Züge warf, und ich hörte nichts als die lauten Worte des Jammers, mit welchen ich mich neben ihn hinwarf. Denn, Herr Graf, ich hatte ihn ſehr geliebt, meinen ehemaligen Herrn, den Baron von Brand.

Und was denkſt du über die ganze Geſchichte? fragte der Graf nach einer langen, langen Pauſe.. Ich denke nur, was er mir ſagte, erwiederte der Jäger mit feierlicher Stimme.Ich will mein Leben dafür laſſen, daß er im Duell gefallen. Denn ſo hat er ja gewollt, daß man glaube.

Ja, er hat ſo gewollt, ſprach Graf Fohrbach nachdenkend,

ſein Lauf war zu Ende, wie er mir auf jenem denkwürdigen Mas⸗ kenballe ſagte, und er ſoll einen ehrenvollen Tod geſtorben ſein.