Des Jägers Bericht.
den Betragens nicht verſchweigen, daß ich den Herrn Baron von Brand früher gekannt und genau gekannt, ehe ich in den Dienſt Euer Erlaucht trat.“
„Ich weiß das, er hat dich mir ja empfohlen.“
„Daß er öfters mein Wohlthäter wurde,— daß ich ihn achtete und liebte.— O ſehr liebte, denn er war ein guter Herr. Euer Erlaucht werden mir verzeihen, aber ich muß die Wahrheit ſagen, ſollte auch für mich daraus erfolgen, was da wolle. Ich kannte alle ſeine Verhältniſſe.“
„Das habe ich mir gedacht,“ erwiederte der Graf nach einer Pauſe.„Aber gleichviel, Franz. Für mich iſt der Baron von Brand nur der Baron von Brand, und was dich betrifft, ſo gehen mich ſeine früheren Verhältniſſe nichts an.“
„Das lohne Ihnen Gott,“ verſetzte der Jäger;„und er wird Sie dafür belohnen.“ Er murmelte dieſe Worte nur, doch verſtand ſie der Graf vollkommen. Dann ſtreckte ſich der Jäger lang in die Höhe, unterdrückte einen tiefen Seufzer und fuhr fort: „Auf die Bitte des Herrn Baron von Brand erlaubten mir Euer Erlaucht, denſelben begleiten zu dürfen. Zu dieſem Zweck er⸗ wartete ich geſtern Abend den Herrn Baron um neun Uhr vor dem E'ſchen Thor mit dem Wagen. So hat er es mir befohlen.“
„War es ein Reiſewagen?“ fragte der Graf.
„Nein, ein leichtes Coupé, aber mit vier Pferden beſpannt. — Es mochte faſt halb zehn Uhr ſein, da hörte ich, daß ſich ein Wagen dem Thor näherte, und zwar ſo ſchnell, als zwei tüch⸗ tige Pferde nur zu laufen im Stande ſind. Es war das die Equipage Seiner Durchlaucht, des Herrn Herzogs Alfred. Trotz⸗ dem es ſehr dunkel war, erkannte ich den Kutſcher, der ſeine Pferde neben dem Coupé parirte. Der Herr Baron von Brand ſprang heraus, und der Wagen, mit dem er gekommen, kehrte


