Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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360 Fünfundachtzigſtes Kapitel.

Und mir wirſt du hoffentlich ebenfalls einige Vortrefflich⸗ keit und Liebe nicht abſprechen?

Ja, du haſt gute Eigenſchaften, und bei ſorgfältiger Er⸗ ziehung kann mit der Zeit noch was Rechtes aus dir werden.

Der Graf blickte lächelnd vor ſich auf den Boden, ſtieß die Aſche von der Eigarre und dachte über ſeine künftige Erziehung nach.

Wie iſt es denn mit dem heutigen Diner? fragte der Ma⸗ jor nach einer Pauſe,es iſt wohl ſehr groß und wird eine ſtarke Feierlichkeit abſetzen. Ah! wenn das ſchon vorüber wäre! Ich werde wohl einen Toaſt halten müſſen, und das kommt mich immer entſetzlich ſauer an. Sind wir in der That ſehr zahlreich?

An die vierzig Couverts, glaub' ich.Papa hat's nun einmal nicht anders gethan.

Doch alle unſere genauen Bekannten?

Verſteht ſich. Nur Steinfeld wird fehlen; er iſt plötzlich abgereist.

Ahl ich verſtehe das, der arme Kerl!

Warum arm? meinte der Major.Er liebt die Baronin noch ſo leidenſchaftlich wie damals, als er ſie zum erſten Male geſehen. Erinnerſt du dich noch des Abends draußen in deinem Salon nach dem Balle drüben, als er uns jene Geſchichte erzählte? Damals waren ſechs Jahre vorüber. Und mit welchem Feuer, welcher Leidenſchaft ſprach er von der Begebenheit!

Er wird die Baronin heirathen? fragte der Graf.

Verſteht ſich von ſelbſt. Die Scheidung wird in den näch⸗ ſten Tagen ansgeſprochen. Ich bin überzeugt, die Beiden werden ſehr glücklich mit einander ſein. Natürlich wird er vor der Hand nicht hieher kommen können und wollen.

Das begreift ſich. Aber der General hat ſich ſo verhaßt gemacht, daß Alles Partei für die arme Frau nimmt.