Whiſt mit dem todten Mann. 355 Diner hören, an der— ich bitte um Verzeihung— gewiß kein wahres Wort iſt; und dann lachten Sie wie— wie ich in mei⸗ nem Leben nichts Aehnliches gehört. Euer Durchlaucht,“ fuhr er ſich ermannend fort,„das iſt ein ſchlimmer Handel. Ich hätte natürlicher Weiſe keine Rückſichten ſollen gelten laſſen. Aber wie mir Euer Durchlaucht mitgeſpielt, das kann ich unmöglich Seiner Majeſtät verſchweigen.“
Der Herzog zuckte die Achſeln, als wolle er ſagen: daran iſt nichts zu ändern. Dann aber rief er auf einmal:„Warten Euer Excellenz einen Augenblick. Da habe ich ein Schreiben des Barons an Sie. Alle Wetter! das hätte ich beinah' ver⸗
geſſen. Leſen wir, leſen wir, und dann wollen wir Kriegsrath
halten.“
Begierig nahm der Präſident das Billet aus den Händen des Herzogs und entfaltete es. Der Polizeicommiſſär hielt das Licht und der Herzog ſchaute dem Präſidenten über die Schulter, während er las:
„Euer Excellenz
werden es einem alten und genauen Bekannten nicht zu ungnädig nehmen, daß er ſich heute Abend der Ehre Ihrer Geſellſchaft ent⸗ zieht.— Sehr dringende Geſchäfte veranlaſſen mich, heute Nacht und morgen von Hauſe abweſend zu ſein.
Da ich aber zu gleicher Zeit überzeugt bin, daß Euer Er⸗ cellenz nicht ohne die triftigſten Gründe mit ſo großem Gefolge in meiner Wohnung erſchienen ſind, ſo werde ich nicht ermangeln, mich morgen um dieſe Stunde hier einzufinden.
Indem ich mir erlaube, den Scherz Seiner Durchlaucht des Herrn Herzogs mir zu eigen zu machen, bin ich ſo frei, Euer Excellenz demgemäß auf morgen Abend zu einer Partie Whiſt einzuladen, und zwar à trois mit einem todten Mann.“
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