Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

344 Vierundachtzigſtes Kapitel.

das Sie mit Ihrem Beſuch beehren, und entfernen ſich ſo bald als möglich.“ Nach dieſen Worten wandte er ſich raſch herum und eilte dem Präſidenten mit dem Ausruf entgegen:„Ah! wie glücklich macht es mich, Euer Ercellenz ſo ſpät bei mir zu ſehen. Doch nicht unerwartet,“ ſetzte er etwas pikirt ſcheinend hinzu. „Euer Excellenz haben ſich, wie mir mein Kammerdiener ſagte, ſchon vor mehr als einer Stunde drunten anmelden laſſen.“

Daß der Polizeipräſident die Wohnung des Barons, geſtern noch ſein zukünftiger Schwiegerſohn, heute— o, es war ſchreck⸗ lich, nur daran zu denken!— mit einem beklemmenden Gefüͤhl betrat, war gewiß ſehr zu entſchuldigen. Doch obgleich ſein Herz heftig ſchlug, obgleich ſeine Augen etwas zwinkerten und ſeine untere Kinnlade ein wenig bebte, ging er doch aufrechten Hauptes, mit hoch emporgehobener Naſe dieſem großen Momente entgegen. Er wußte, wem er im nächſten Augenblick entgegen treten würde; die vier Polizeibeamten hatten ihre Schande nicht verſchweigen können und wehklagend berichtet von dem Flüchtlinge, den ſie in jener Nacht verfolgt, hatten ſein Aeußeres beſchrieben und daß er bei dem Garten des Polizeipräſidenten verſchwunden ſei. Ent⸗ ſetzlich genug für Seine Ercellenz, denn Jener hatte darauf ſeine Wohnung betreten und hatte des Präſtdenten eigene Tochter auf den Hofball geführt. Aufgeſtachelt durch all das hatte der Prä⸗ ſident den Wirth des Fuchsbaues einſetzen laſſen, der übrigens Alles hartnäckig läugnete; ebenſo Herrn Sträuber, der ſich je⸗ doch nicht lange bitten ließ, ſo vollſtändig zu beichten, als man nur wünſchen konnte. Auch hatte Letzterer Zerknirſchung und Reue geheuchelt, hatte jammernd verſichert, wie glücklich er ſich fühle, daß jenes elende Leben aufhöre, und daß ihm nun endlich Gelegenheit gegeben würde, in der ſtillen Zelle eines Gefäng⸗ niſſes über ſeine Vergangenheit nachdenken zu dürfen. Herr